Frau vor Augen der Kinder erstochen: Lebenslange Haft

Außenansicht Gebäude, Fassade mit Schriftzug Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf, Wappen NRW

Frau vor Augen der Kinder erstochen: Lebenslange Haft

Ein sechsfacher Familienvater wurde vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte seine Frau vor den Augen seiner Kinder erstochen.

Aus Sicht des Gerichts wollte der Mann seine Frau bestrafen, weil sie sich von ihm trennen wollte. Der 35-Jährige hatte die Tat gestanden: "Ich bereue, dass ich meine Frau getötet habe. Ich habe die Kontrolle verloren", hatte er vor Gericht ausgesagt.

Mord vorher mehrmals angekündigt

Das Gericht stützte das Urteil auch auf die Aussage der 14-jährigen Tochter. Ihr zufolge hatte der Vater schon Wochen zuvor gedroht, seine Frau zu töten. Sechs Stunden vor der Tat hatte der 35-Jährige ein Handy-Video aufgenommen, in dem er erneut ankündigte, die Mutter seiner Kinder töten zu wollen.

Als die 35-jährige Frau in der Nacht das Badezimmer aufgesucht hatte, war es zu der Tat gekommen.

Richter urteilen: niedrige Beweggründe

Sein Verteidiger hatte die Tat als Totschlag gewertet: Sein Mandant habe aus dem Affekt gehandelt. Die Richter hingegen sahen niedrige Beweggründe als Mordmerkmal. Er habe die Trennung seiner Frau nicht akzeptieren können. Nach der Verkündung des Urteils kündigte die Verteidigung Revision an.

Kinder wollten Mord laut Anklage verhindern

Laut Anklage geschah die Tat im Dezember vergangenen Jahres vor den Augen des vierjährigen Sohnes und der 14-jährigen Tochter, die noch vergeblich versucht hatten, ihren Vater wegzuziehen.

Das Jugendamt habe von den Spannungen in der Familie gewusst. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sei noch wenige Stunden vor der Tat in der Wohnung der Familie gewesen.

Nachbarn wählten den Notruf

Wie die Polizei damals berichtet hatte, waren die Kinder des Paares aus der Wohnung der Familie zu den Nachbarn geflohen. Diese hätten dann den Notruf gewählt. Die Kinder des Paares und Zeugen mussten vor Ort von Notfallseelsorgern betreut worden.

Der 35-Jährige war nach der Tat verschwunden, konnte aber bei der Fahndung am Düsseldorfer S-Bahnhof Garath gefasst werden. Ein Richter hatte zunächst Haftbefehl wegen Totschlags gegen den 35-Jährigen erlassen. Mit der Anklage war der Tatvorwurf dann auf Mord verschärft worden.

Stand: 23.06.2021, 14:35

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