Ein Lastenrad auf der Rheinkniebrücke in Düsseldorf.

Stadt Düsseldorf: Nachfrage nach Lastenrädern sprengt Förder-Budget

Stand: 02.06.2021, 13:01 Uhr

Im April hatte die Stadt Zuschüsse für Lastenräder beschlossen. Beim Aktionsstart im Juni rauschten erst die Server ab, dann war die Fördersumme direkt ausgeschöpft. Auch Familie Ritter aus Düsseldorf hofft auf ein neues Rad.

Von Noah Matzat

Genau um Mitternacht zum 1. Juni klickt Isabelle Ritter aus Düsseldorf auf der Homepage der Stadt hin und her, die Website aber lädt nicht. Erst am nächsten Morgen kommt Familie Ritter durch, um einen Antrag für das "Förderprogramm Lastenräder" der Stadt Düsseldorf abzugeben. "Jetzt können wir nur hoffen, dass wir noch zu den Glücklichen gehören", sagt die 30-Jährige.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Die Stadt hatte Ende April im Rat ein Förderprogramm für Lastenräder beschlossen und investiert eine Million Euro pro Jahr. Für jedes neuangeschaffte Lastenrad können 50 Prozent und maximal bis zu 2.500 Euro des Kaufpreises erstattet werden. Angesprochen werden sollen sowohl Privatpersonen, Vereine als auch Unternehmen mit einer Betriebsgröße von bis zu neun Mitarbeitern.

Familie Ritter bangt nicht ohne Grund um den Zuschlag: Laut Stadt sind in kurzer Zeit mehr als 800 Mails beim Umweltamt eingegangen, sodass der Server überlastet war. Die Anträge seien dennoch registriert worden. "Trotzdem ist auch die Reihenfolge dafür entscheidend, wer einen Zuschuss bekommt", sagt ein Sprecher der Stadt.

Kurze Wege, viel Gepäck

Für Isabelle Ritter ist das Timing perfekt. Sie und ihr Mann haben schon Ende vergangenen Jahres beschlossen, sich ein Lastenrad zuzulegen. "In Düsseldorf-Itter sind wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so gut angebunden", sagt Ritter.

Gerade um ihre zweijährige Tochter Charlotte zum Kindergarten zu bringen, lohnt sich ihrer Meinung nach ein Lastenrad. Mit Tasche, Kind und dem Kinderrucksack auf einem normalen Fahrrad sei der tägliche Weg zum Kindergarten eine Herausforderung.

Rat entscheidet über Aufstockung

Um der großen Nachfrage nachzukommen, will Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) dem Rat am Mittwoch einen Vorschlag unterbreiten, das Budget für das Programm um eine Million Euro aufzustocken. Ob dadurch mehr Menschen von dem Angebot profitieren können oder das Geld dazu genutzt wird, um die schon eingegangenen Anträge abzuarbeiten, ist noch unklar.

Auch Familie Ritter hat einen Plan B, sollte es mit ihrem Antrag nicht funktionieren. "Vielleicht kommen durch die Förderung auch wieder gebrauchte Räder auf den Markt", sagt Ritter. Wäre da etwas dabei, dann werde es eben ein gebrauchtes Rad.