Arbeitsgericht Aachen verbietet lange Fingernägel in Altenheim

Künstliche Nägel mit Nagellack gehalten an eine Hand

Arbeitsgericht Aachen verbietet lange Fingernägel in Altenheim

  • Gericht verbietet Altenheim-Mitarbeiterin lange Fingernägel
  • Einheitliche Standards für alle Mitarbeiter
  • Gesundheit wichtiger als Persönlichkeitsrecht

Betreuerinnen in Altenpflegeeinrichtungen dürfen keine langen, lackierten oder gegelten Fingernägel haben. Das Arbeitsgericht Aachen wies damit am Donnerstag (21.02.2019) die Klage einer Mitarbeiterin des sozialen Dienstes zurück, die auf gestylte Nägel nicht verzichten wollte.

Der Träger des Altenheims in Dremmen im Kreis Heinsberg hatte seine Mitarbeiterin angewiesen, nur mit kurzen und unlackierten Fingernägeln zu arbeiten. Dagegen hatte die Frau geklagt. Die lackierten Gel-Fingernägel seien Teil ihrer Persönlichkeit, argumentierte die Frau.

Auch habe sie mit der direkten Pflege der Senioren nichts zu tun, sie würde nur betreuen, selten Essen zubereiten und austeilen. Deshalb klagte sie gegen die Anweisung ihres Arbeitgebers, wonach die Nägel jeder Mitarbeiterin kurz und unlackiert sein müssen.

Das Gericht gab dem Arbeitgeber recht und orientierte sich dabei an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Demnach seien längere Nägel schwer zu reinigen und Nagellack könne abbröckeln, das sei ein Gesundheitsrisiko.

Stand: 21.02.2019, 15:43