Tod eines Elfjährigen aus Neuss: Zehn Jahre Haft für Onkel

Tod eines Elfjährigen aus Neuss: Zehn Jahre Haft für Onkel

  • Zehn Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge
  • Onkel hatte Elfjährigen aus Neuss schwer misshandelt
  • Auch die Tante hatte die Tat gestanden

Das Düsseldorfer Landgericht hat am Dienstag (11.09.2018) das Urteil im Fall des getöteten Elfjährigen aus Neuss gefällt. Der Onkel des Kindes muss wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen für zehn Jahre ins Gefängnis.

Onkel hatte Geständnis widerrufen

Der 41-Jährige hatte die Tat zunächst gestanden, sein Geständnis im Gerichtssaal aber zurückgenommen. Er habe die Schuld auf sich genommen, um seine Frau zu schützen, sagte er. Mit einer Mordanklage habe er nicht gerechnet. Seine Frau hatte tatsächlich ein Geständnis abgelegt. Diesem schenkte das Gericht jedoch keinen Glauben.

Im Oktober 2017 soll der Verurteilte seinen Neffen aus Wut so geschlagen haben, dass das Kind in die Badewanne stürzte. Daraufhin soll der Mann das Bad verlassen haben und erst nach einigen Minuten wiedergekommen sein. Da lag das Kind bewusstlos in der Wanne.

Kind stirbt in Düsseldorfer Uniklinik

Dann, so die Anklage, drehte der Onkel die Brause auf und ließ dampfend heißes Wasser über den Kopf des Kindes laufen. Das führte zu schweren Verbrühungen. Erst als die Tante heimkam, habe er halbherzig mit einer Laienreanimation begonnen und die Rettungskräfte verständigt.

Die konnten das Kind zwar wiederbeleben. Zwölf Tage später starb es jedoch in der Düsseldorfer Uniklinik.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer lebenslange Haft wegen Mordes durch Unterlassen gefordert. Die Verteidigerin des Angeklagten beantragte einen Freispruch. Es spreche mehr für die Ehefrau als Täterin als für ihren Mandanten.

Stand: 11.09.2018, 09:56

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