Außenansicht Gebäude, Schriftzug "Bürgerhaus Haupteingang", im Hintergrund Rathaus, Schriftzug "Rathaus Hürth"

Gestank in Hürth: Landesumweltamt sucht Ursache

Stand: 27.01.2022, 14:41 Uhr

In Hürth, Erftstadt und Brühl stinkt es Anwohnern gewaltig. Schon seit Monaten beschweren sie sich über eine intensive Geruchsbelästigung – ohne dass bislang ein Verursacher festgestellt werden konnte.

Jetzt will das Landesumweltamt dem Gestank auf den Grund gehen. Bei der Stadt Hürth steht das Telefon schon seit Monaten nicht mehr still. Mehrere hundert Beschwerden gibt es bislang schon und sie gehen alle in die gleiche Richtung: Anwohner melden regelmäßig einen Ekel erregenden Gestank im Stadtgebiet, heißt es aus dem Hürther Rathaus.

Angefangen hat die Geruchsbelästigung im vergangenen Sommer. Mit dem Wind sei immer wieder eine Geruchsmischung aus Gülle und Chemie durch die Straßen gezogen, berichten Anwohner. Selbst aus dem benachbarten Brühl und auch aus Erftstadt hätten sich Anwohner gemeldet. Doch wer der Stinker sein könnte, dass ist bislang noch unklar.

Fachgutachter im Einsatz

Wegen des Gestanks haben vor allem in Hürth viele Anwohner die Nase voll. Doch es sei wie mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, so ein Sprecher. Denn als mögliche Geruchsquellen kommen im sogenannten Speckgürtel im Süden Kölns eine Vielzahl von Verursachern in Frage, etwa Chemie- und Abfallanlagen, Kläranlagen, Deponien, Schmutzwasserkanäle oder die Landwirtschaft. Deshalb sollen jetzt im Auftrag des Landesamtes für Umwelt und Naturschutz Fachgutachter ihre Ermittlungen aufnehmen und die Geruchsquelle finden.

Aufwendiges Verfahren soll Stinker ermitteln

Bislang sei die Suche nach dem Verursacher des Gestanks erfolglos geblieben, sagt ein Sprecher der Bezirksregierung Köln. Art, Umfang und Lage der Geruchsbeschwerden sowie deren Zeitpunkt und die Wetter-/Windrichtungsdaten lassen mehrere mögliche Ursachen vermuten. Es wurden auch Kontakte zu verschiedenen Bürgern aufgenommen sowie Geruchsfahnen nachverfolgt.

Jetzt setzen Stadt und das Landesamt für Umwelt und Naturschutz auf Profi-Schnüffler. Sogenannte Fachgutachter sollen nun mit einer Art Rasterfahndung den Stinker ermitteln. Das aufwendige Verfahren werde jedoch bis zu einem halben Jahr dauern, sagt ein Sprecher der Bezirksregierung Köln.