Fließbandproduktion von Lambertz-Keksen

Lambertz stellt Handel mit Russland ein

Stand: 02.03.2022, 16:01 Uhr

Der Aachener Süßwarenhersteller Lambertz hat seine Warenlieferungen in die Ukraine und nach Russland eingestellt. Die letzten Fuhren habe das Unternehmen kurzfristig umgeleitet, in die Hilfslager für ukrainische Flüchtlinge. Sein Mitgefühl gehöre den Menschen dort, betont Inhaber Hermann Bühlbecker. 

Für den Aachener Süßwarenhersteller sind Russland und auch die Ukraine zwar keine überlebenswichtigen, dennoch bedeutende Absatz- und vor allem Wachstumsmärkte. Denn dort sind Weihnachtswaren wie Lebkuchen das ganze Jahr über gefragt.

Seit den 90er Jahren versorgt das Unternehmen über seine zwei polnischen Produktionsstätten den gesamten osteuropäischen Markt. In Russland zum Beispiel arbeitet die Lambertz-Gruppe mittlerweile mit fast allen großen Handelsketten zusammen. Indem es nun seine Warenlieferungen eingestellt hat, folgt das Aachener Unternehmen der politischen Linie Deutschlands und der EU, die Sanktionen gegen Russland verhängt haben. 

Steigende Rohstoffpreise machen Sorgen

Hermann Bühlbecker vor einer Fotografie

Der Ukraine-Krieg wird sich auch auf die Rohstoffpreise niederschlagen. Das Aachener Unternehmen bezieht zwar kein Getreide direkt aus Russland oder aus der Ukraine. Inhaber Hermann Bühlbecker erwartet jedoch durch den Krieg weltweit steigende Rohstoffpreise, die auch der Printenhersteller zu spüren bekommen wird.

Die Firmengruppe Lambertz hat im vergangenen Geschäftsjahr 2020/2021 einen Umsatz von 656 Millionen Euro gemacht. Fast ein Viertel der Produkte wird exportiert, in insgesamt 60 Länder. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen zirka 4.000 Mitarbeiter.