KVB setzt Bodycams ein

Kölner Verkehrs-Betriebe statten Personal mit Bodycams aus

Stand: 21.01.2022, 16:59 Uhr

Die Polizei in NRW nutzt sie schon, jetzt sollen Bodycams auch in Bussen und Bahnen in Köln für mehr Sicherheit sorgen: Die Verkehrsbetriebe der Stadt statten zum ersten Mal Mitarbeitende mit den kleinen Kameras aus.

Von Sabine Büttner

Ab Montag, dem 24.01.2021 sind Mitarbeitende mit den Bodycams in Kölner Bussen und Bahnen und an Haltestellen unterwegs. Bei dem Pilotprojekt machen 20 Beschäftigte aus den Bereichen Service und Sicherheit sowie aus der Fahrausweisprüfung mit. Die Beschäftigten hätten sich freiwillig gemeldet und spezielle Schulungen bekommen haben, so die KVB.

Die kleinen Kameras sollen deeskalierend wirken und Übergriffe vermeiden – zum Schutz der Mitarbeitenden, aber auch zum Schutz der Fahrgäste. Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks verweist unter anderem auf die Verkehrsbetriebe der Stadt Wien:

Wir setzen auf Bodycams, weil es damit gute Erfahrungen sowohl in unserer Branche als auch beispielsweise bei der Polizei gibt. Stefanie Haaks, Vorstandvorsitzende der KVB

Das Unternehmen setzt mit dem Einsatz der Kameras einen Beschluss des Verkehrsausschusses der Stadt Köln um.

KVB hoffen auf deeskalierende Wirkung

Die Beschäftigten tragen die kleine Kamera an ihrer Weste. Deutet sich eine brenzlige Situation an, können sie die Kamera anschalten. Das Gegenüber sieht sich dann in einem kleinen Monitor – allein das helfe oft schon, die Situation zu beruhigen, heißt es von den KVB. Die dabei erstellten Aufnahmen werden erstmal alle paar Minuten überschrieben. Sollte sich die Lage nicht entspannen, kann durch einen zweiten Knopfdruck eine fortlaufende Aufzeichnung gestartet werden.

Keine ständige Aufzeichnung

KVB setzt Bodycams ein

KVB setzt Bodycams ein

Die KVB betonen: Die Bodycam dürfe nur aktiviert werden, wenn ein entsprechender Vorfall stattfindet oder zu erwarten ist. Und: Die Zielperson werde vorab auf die Aufnahme hingewiesen. Die Aufnahmen selbst würden verschlüsselt aufbewahrt und die Mitarbeitenden, die sie gemacht haben, haben selbst keine Zugriffsberechtigung. Zunächst soll bei Aufnahmen auf die Tonspur verzichtet werden. Nach einem halben Jahr wollen die KVB entscheiden, ob es dabei bleibt oder man dann auch die Tonspur aufzeichnen will.

Auswertung nach einem Jahr

Insgesamt wird das Projekt nach einem Jahr ausgewertet, sagt Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. Bei dieser Bilanz wollen die KVB dann auch schauen, ob die Zahl der Übergriffe auf Beschäftige mit Bodycam zurück gegangen ist.

Zahl der Übergriffe auf KVB-Mitarbeiter deutlich gestiegen

Zuletzt waren Beschäftigte des Unternehmens immer öfter mit aggressivem Verhalten konfrontiert, sagt KVB-Arbeitsdirektor Peter Densborn.

„Die tätlichen Angriffe, bei denen Kolleginnen und Kollegen im Dienst verletzt werden, haben deutlich zugenommen.“ Peter Densborn, KVB-Arbeitsdirektor

2019 habe es dadurch rund 230 Ausfalltage gegeben, 2020 seien es schon 580 Ausfalltage gewesen.

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