Gericht hebt Kündigung von AfD-Professorin auf

Landesarbeitsgericht verhandelt fristlose Kündigung einer Professorin der Hochschule Niederrhein

Gericht hebt Kündigung von AfD-Professorin auf

  • Keine einvernehmliche Einigung in erster Instanz
  • Vorwürfe der Hochschule rechtfertigen Rauswurf nicht
  • Professorin hatte für AfD kandidiert

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat die fristlose Kündigung der ehemaligen Professorin Karin Kaiser aufgehoben. Die 56-Jährige hatte bei der Bundestagswahl als AfD-Kandidatin Schlagzeilen gemacht. Vor gut einem Jahr hatte sie die Hochschule Niederrhein fristlos entlassen.

Keine Gründe für Rauswurf

Der Professorin wurde vorgeworfen, eine Vorlesung geschwänzt, eigenmächtig einen Vertreter beschäftigt und gegen das Nebentätigkeitsverbot verstoßen zu haben. Diese Vorwürfe rechtfertigten den Rauswurf jedoch nicht oder seien durch Abmahnungen bereits abgegolten, stellte das Gericht am Mittwoch (23.01.2019) fest.

Ebenso rechtfertige ihre parteipolitische Ausrichtung keine Kündigung und auch ihre Nebentätigkeit als Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin sei bekannt und toleriert worden.

Bereits zweite Runde im Kündigungsstreit

Die 56-Jährige hatte bereits in erster Instanz gegen ihre Kündigung geklagt. Die Verhandlungen um eine einvernehmliche Einigung waren gescheitert.

Für die Professorin bedeutet das Urteil des Landesarbeitsgerichts, dass sie voraussichtlich im kommenden Sommersemester wieder Vorlesungen an der Hochschule Niederrhein halten wird.

Kritik an Professorin wegen Nähe zur AfD

Karin Kaiser hatte vor anderthalb Jahren für Aufsehen gesorgt, weil sie als AfD-Kandidatin kurz vor der Bundestagswahl an der Uni eine Veranstaltung zum "Tod des Rechtsstaats" abhalten wollte. Das war ihr untersagt worden.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes haben wir die Veranstaltung mit dem Titel "Tod des Rechtsstaats" als AfD-Veranstaltung bezeichnet. Jedoch war diese von Karin Kaiser geplante Veranstaltung keine Veranstaltung der AfD. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Stand: 23.01.2019, 16:32