Strenge Regeln für Kölner Karnevalisten am 11.11.

Christoph Kuckelkorn lächelnd und gekleidet als Zugleiter, im Hintergrund die Halle der Festkomitees des Kölner Karnevals

Strenge Regeln für Kölner Karnevalisten am 11.11.

Trotz steigender Inzidenzen erwartet der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn eine weitgehend vollwertige Karnevalssession. Zum Start am 11.11. wird es aber strenge Regeln geben.

In Teilen der Altstadt und im sogenannten "Kwartier Latäng" dürfen die Jecken am 11.11. nur geimpft, genesen oder mit PCR- beziehungsweise Schnelltest (3G+) feiern. Der PCR-Test darf maximal 48 Stunden alt sein, der Schnelltest nicht älter als sechs Stunden. Da Schülerinnen und Schüler in Köln auch an den weiterführenden Schulen regelmäßig einen PCR-Test machen, gelten für sie die Zutrittsbeschränkungen nicht. Bollerwagen für Alkohol oder Musik sind verboten.

2G-Regel am Heumarkt

So steht es in der Allgemeinverfügung, die die Stadt in Absprache mit dem Gesundheitsministerium am Freitag veröffentlicht hat. Vor der Bühne auf dem Heumarkt gilt sogar die 2G-Regel. Besucher sollen beim Zutritt zu den Bereichen kontrolliert werden. Anwohner sind ausgenommen.

Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn ist aber zuversichtlich, dass die Session für Geimpfte relativ normal verläuft. Der Deutschen Presseagentur sagte er: "Selbst wenn die Inzidenzen in die Hunderte gehen sollten, heißt das nicht unbedingt, dass die Krankheitsverläufe weitreichende Einschränkungen für Geimpfte und Genesene rechtfertigen."

Die nordrhein-westfälische Landesregierung verfolge ganz klar die Linie, dass geimpfte Menschen keine Einschränkungen mehr erdulden sollten. Natürlich müsse die Einhaltung der Coronaregeln sichergestellt sein. Die Impfausweise müssten bei allen Veranstaltungen genau kontrolliert werden.

3G+ Regel im Sitzungskarneval

Das Festkomitee Kölner Karneval, an dessen Spitze Kuckelkorn steht, hat für Saalveranstaltungen die 3G+ Regel festgelegt. Das heißt: Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein oder einen PCR-Test vorlegen. Veranstalter können aber immer darüber hinausgehen und zum Beispiel 2G (geimpft oder genesen) fordern.

Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) geht noch weiter und hat für alle Saalveranstaltungen 2G vorgeschrieben. Bei der Auftaktveranstaltung am 11. 11., Hoppeditz-Erwachen, gilt ebenfalls 2G. Wie es beim Rosenmontagszug aussehen werde, könne man heute noch nicht absehen, sagte CC-Sprecher Hans-Peter Suchand. Generell könne man aber sagen: "Es finden alle größeren Veranstaltungen wie Bälle und Sitzungen statt."

"Schrittweise Rückkehr zur Normalität"

Karneval bedeute in der Session 2021/22 die schrittweise Rückkehr zur Normalität, sagte Kuckelkorn. "Bisher hat der Staat für uns entschieden. Er hat geregelt, wie wir uns wann begegnen durften. Jetzt ist Eigenverantwortung gefragt. Und das ist nicht einfach."

Gerade der organisierte Karneval könne die Menschen aber sehr gut an der Hand nehmen und wieder zusammenführen. "Die Veranstaltungen sind sehr gut durchdacht, die Hygienekonzepte erprobt", versicherte Kuckelkorn. Zum Auftakt der neuen Karnevalssession am 11.11. würden in Köln zum Beispiel Konzepte aus dem Fußball übernommen. Um langes Schlangestehen vor den eingezäunten Gebieten mit Bühnenprogramm zu vermeiden, seien mobile Teams unterwegs, die Vorab-Checks vornähmen und dann Bändchen verteilten.

Gastronomie ist verhaltener

Mehrere Gastronomen aus der Kölner Innenstadt haben angekündigt, am 11.11. nicht zu öffnen, da ihnen dies bei den steigenden Inzidenzen zu unsicher sei. Kuckelkorn sagte dazu, viele Wirte hätten sich auf eine 2G-Regel festgelegt. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass dies am 11.11. mit der Gefahr einer Eskalation verbunden sei.

"Wenn ich eine Kneipe habe, die am 11.11. immer voll ist, dann habe ich da Stammgäste, die an diesem Tag unbedingt rein wollen, ob mit Impfausweis oder nicht. Da kann es dann mit zunehmendem Tagesverlauf ein Problem werden, so eine Tür zu halten. Davor haben viele Respekt." Dazu komme, dass der 11.11. ein solitärer Tag im Karneval sei. Schon vor Corona hätten einzelne Gastronomen gesagt, dass sich der Aufwand für sie für den einen Tag nicht lohne.

"Die Menschen wollen auf die Straße"

Unterm Strich freuten sich viele Menschen jetzt aber einfach riesig darauf, dass es endlich wieder losgehe, sagte Kuckelkorn. "Diese Menschen haben es satt, zuhause zu sitzen, die wollen auf die Straße. Für viele ist das ein Lebenselixier, die brauchen diese Auszeit. Und nach all den Entbehrungen der Coronazeit, vor allem auch den menschlichen Entbehrungen - das Fehlen von Gemeinschaftserlebnissen, auch von körperlicher Nähe -, haben sie das ganz starke Bedürfnis, jetzt mit aller Macht Karneval zu feiern."

Karnevalsauftakt: 2G oder 3G?

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 11.10.2021 03:04 Min. Verfügbar bis 11.10.2022 WDR 5 Von WDR 5


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Stand: 05.11.2021, 17:04