Kritik an Freispruch im Wehrhahn-Prozess

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Kritik an Freispruch im Wehrhahn-Prozess

  • Kritik nach Freispruch im Wehrhahn-Prozess
  • Jüdische Gemeinde: Rechte Szene wird gestärkt
  • Initiative fordert Untersuchungsausschuss im Landtag

Nach dem Freispruch des Angeklagten im Düsseldorfer Wehrhahn-Prozess wird Kritik am Urteil laut. Am Dienstag (31.07.2018) war der als Neonazi bekannte Ralf S. vom Vorwurf freigesprochen worden, vor 18 Jahren einen Bombenanschlag auf jüdische Sprachschüler aus Osteuropa am S-Bahnhof Wehrhahn verübt zu haben.

Rechte Szene werde gestärkt

Die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf befürchtet, dass die rechte Szene durch das Urteil gestärkt werden könnte. Der Sprecher der Gemeinde sagte dem WDR, er sei enttäuscht und entsetzt über das Urteil. Die Neonazi-Szene würde dadurch noch mehr Auftrieb bekommen.

Untersuchungsausschuss gefordert

Ähnlich sieht es die Initiative "NSU-Watch NRW", die ursprünglich den NSU-Untersuchungsausschuss kritisch begleitet. Die Aktivisten werfen den Ermittlern vor, zahlreiche Fehler im Verfahren gemacht, die rechte Szene in Düsseldorf unterschätzt und die Aussage eines Informanten des Verfassungsschutzes nicht berücksichtigt zu haben.

Die Initiative fordert deshalb auch zum Wehrhahn-Anschlag einen Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag.

Kritik am Urteil im Wehrhahn-Prozess

WDR 2 | 01.08.2018 | 00:44 Min.

Stand: 01.08.2018, 11:24

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