KHG streitet mit dem Erzbistum Köln

Der Kölner Dom bei Nacht.

KHG streitet mit dem Erzbistum Köln

Mit einem Positionspapier hat sich die KHG gegen einige Traditionen der Kirche gestellt und damit großen Ärger mit dem Erzbistum entfacht.

Die Kritik am Kölner Kardinal Woelki reisst nicht ab. Die katholische Frauenbewegung Maria 2.0 hat einen Brandbrief an die deutsche Bischofskonferenz geschrieben und gefordert, dass die deutschen Bischöfen sich an die Seite der Kölner Betroffenen von Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche stellen.

KHG kritisiert Kirche

Und auch die Katholische Hochschulgemeinde hat wegen eines Positionspapiers aktuell großen Ärger mit dem Erzbistum. Vorübergehend wurde sogar die Homepage der KHG offline gestellt.

Doch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wollen sich nicht entmutigen lassen und für eine offene Kirche kämpfen - zur Not auch gegen das Erzbistum.

Kritik am Umgang mit Missbrauch

Das Positionspapier stammt eigentlich schon aus dem vergangenen Jahr. Darin wird erklärt, wie die Hochschulgemeinde zu einigen Dingen steht:

Frauen in der Kirche, Homosexualität, der Umgang mit Missbrauch: "Wir schämen uns auch für die Kirche. Wie mit Missbrauchsopfern umgegangen wird – das beschädigt alles, was authentisch sein und Ehrlich- und Wahrhaftigkeit heißt", sagt Martina Schäfer-Jacquemain von der KHG, Köln.

KHG-Homepage vorübergehend offline

Das Erzbistum Köln sieht das anders. Als die KGH in ihrem neuen Programm wieder auf ihr Papier aufmerksam machte, eskalierte der Streit. Die Homepage wurde offline gesetzt, die KHG musste alle Programmhefte wieder einsammeln. Das Erzbistum schreibt dem WDR dazu, dass ihm die

"[...] kritische Auseinandersetzung mit kirchlichen Positionen ein wichtiges Anliegen ist. Dabei gilt für alle Beteiligten des Diskurses, dass er in einer sachlichen und angemessenen Weise geführt wird. Dies ist aus Sicht des Erzbistums bei dem betreffenden Positionspapier jedoch nicht der Fall."

Ein Interview gibt Kardinal Woelki nicht. Dabei wird der Gesprächsbedarf immer größer. Das Gesamtgutachen einer Münchener Kanzlei zu den Missbrauchsfällen bleibt im Erzbistum Köln weiter unter Verschluss.

Was bleibt ist eine große Unzufriedenheit - nicht nur bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle.

Stand: 19.11.2020, 19:24