Widerstand gegen A3-Ausbau

Widerstand gegen A3-Ausbau 03:09 Min. Verfügbar bis 02.07.2022

Widerstand gegen A3-Ausbau

Die Autobahn 3 soll zwischen dem Kreuz Hilden und Leverkusen-Opladen auf acht Spuren ausgebaut werden. Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative „3reicht!“

Diese Strecke der A3 zählt zu den am meisten genutzten Autobahnabschnitten in Deutschland. Täglich rollen dort 120.000 Pkw und Lkw über den Asphalt. Nach Prognosen der Autobahn GmbH sollen es in zehn Jahren 135.000 Fahrzeuge sein. Deshalb planen die Autobahnbauer im Auftrag des Bundes schon jetzt den Ausbau von sechs auf acht Spuren. Die geschätzten Kosten liegen aktuell bei 274 Millionen Euro. Baubeginn soll 2030 sein.

Naturschutzgebiete betroffen

Anwohner und Politiker aus den umliegenden Städten Langenfeld, Solingen, Leichlingen, Hilden und Leverkusen wehren sich gegen die Pläne. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass für zwei weitere Autobahnspuren noch mehr Natur zerstört wird. Denn an der Strecke liegen mit der Ohligser Heide und dem Further Moor zwei besonders geschützte Gebiete und viele Naherholungsflächen, die vom Ausbau betroffen wären.

Seitenstreifen frei geben

Karl Wilhelm Bergfeld von der Bürgerinitiative "3reicht!"

Karl Wilhelm Bergfeld von der Bürgerinitiative "3reicht!"

Die Gegner schlagen stattdessen die zeitweise Nutzung der Standstreifen vor. Bereits heute gäbe es in Deutschland auf 500 Autobahn-Kilometern die Nutzung der Seitenstreifen-Freigabe und das funktioniere sehr gut, argumentiert Karl Wilhelm Bergfeld, der Sprecher der Bürgerinitiative "3reicht!". Es sei völliger Unsinn, die Autobahn auszubauen, wenn es in einigen Jahren durch die Verkehrswende weniger Fahrzeuge gäbe.  

Autobahn GmbH prüft Alternative

Sebastian Bauer, Sprecher Autobahn GmbH

Sebastian Bauer, Sprecher der Autobahn GmbH

Die Autobahnplaner prüfen alternativ auch die Freigabe des Seitenstreifens, sind aber eher skeptisch. Denn der Aufwand gerade auf diesem Streckenabschnitt sei erheblich, sagt Sebastian Bauer von der Autobahn GmbH. Die Seitenstreifen müssten für Lastwagen fit gemacht werden, etwa 32 Nothaltebuchten müssten gebaut werden und für die zeitweise Freigabe müsste die Verkehrszentrale die komplette, circa 16 Kilometer lange Strecke permanent überwachen.

Neuer Bundestag soll Pläne kippen

Bisher steht der Ausbau der A3 auf acht Spuren ganz oben im Bundesverkehrswegeplan. Die Abgeordneten im Bundestag stimmen regelmäßig über die Projekte ab. Anwohner und Politiker hoffen, dass sich nach der Bundestagswahl im Herbst etwas ändert und die Ausbaupläne bei der nächsten Abstimmung doch noch gekippt werden.

Stand: 02.07.2021, 11:26