Nach FC-Derby: Vorerst wohl letztes Spiel in vollem Stadion

Nach FC-Derby: Vorerst wohl letztes Spiel in vollem Stadion

Von Jochen Hilgers

Das Spiel des 1. FC Köln vor ausverkauftem Stadion am Wochenende sorgt bundesweit für Diskussionen. Das hat Konsequenzen.

Kritisiert wird, dass trotz der aktuellen Corona-Lage 50.000 Menschen ins Stadion durften. Kanzleramtsminister Braun forderte beim WDR, Großveranstaltungen wie Fußballspiele einzuschränken. Kölns Gesundheitsdezernent Harald Rau bedauert im Rückblick, die volle Auslastung des Stadions zugelassen zu haben.

"Ich bin unglücklich darüber. Ich erwarte auch, dass wir das wirklich sehr genau bewerten - auch die Befolgung der Maskenpflicht. Und ich nehme an, dass wir zu der Entscheidung kommen werden, Land und Stadt, dass ein solches volles Spiel in der aktuellen Dynamik vorerst so nicht mehr stattfinden kann." Harald Rau, Kölner Sozialdezernent

Maskenpflicht vier Stunden vor Anpfiff verkündet

Die Stadt Köln hatte wenige Stunden vor Spielbeginn eine Maskenpflicht im gesamten Stadion angeordnet. Sie droht mit einem Bußgeld, wenn Besucher sich nicht daran gehalten haben.

Der FC hatte nach eigenen Angaben vier Stunden vor Spielbeginn erfahren, dass Maskenpflicht am Platz gilt. "Wir haben das dann auch sofort umgesetzt über Social Media, über Ordnungskräfte und den Stadionsprecher", sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. Dafür, dass der Verein nicht jeden Fan schriftlich informieren konnte, sei das ein - so wörtlich - ganz gutes Ergebnis gewesen, sagte Wehrle weiter.

"Fußball-Großveranstaltungen keine Hotspots"

Kenner der Fußballszene sind alles andere als überrascht. Eine Maskenpflicht sei in einem ausverkauften Haus so gut wie nicht durchsetzbar, heißt es. Bundesweit, betont der FC, sei Fußball in vollen Stadien kein Infektionsherd. "Es gibt bei 3,7 Millionen Fans zehn positiv getestete Fans. Daraus ergeben sich 72 Nachverfolgungen. Der Fußball und die Großveranstaltungen sind keine Hotspots", so Geschäftsführer Wehrle.

Über die Zukunft von Großveranstaltungen wie Fußballspielen wollen morgen die Spitzen von Bund und Ländern beraten. So schnell werden Fans in Köln und ganz Deutschland keine ausverkauften Stadien mehr erleben.

Stand: 29.11.2021, 17:18