Kritik an Müllgebühren in Leverkusen

Das Bild zeigt eine schwarze, grüne, blaue und gelbe Mülltonne.

Kritik an Müllgebühren in Leverkusen

Von Erik Butterbrodt

Seit 1. Januar gelten in Leverkusen höhere Müllgebühren. Eine vierköpfige Familie muss nun 376 Euro jährlich berappen - acht Prozent mehr. Leverkusen ist damit teuerste Stadt in Deutschland.

Die Ratsvorlage zu dieser Erhöhung kam vom städtischen Müllentsorgungsunternehmen AVEA. Die begründet die Erhöhung mit gestiegenen Kosten, unter anderem für wilden Müll und höheren Personalkosten für Mitarbeiter.

Haus und Grund droht mit Klage

Die Interessengemeinschaft der privaten Haus-, Wohnungs-, und Grundstückseigentümer, Haus und Grund sieht die Ursachen der hohen Müllentsorgungsgebühren in Leverkusen woanders.

Sie kritisiert die komplizierte Unternehmensstruktur mit mehreren Tochterfirmen. Laut Dr. Thomas Gutknecht von Haus und Grund Leverkusen verursache das viel zu hohe Kosten und sorge dafür, dass die AVEA nicht wettbewerbsfähig sei. Man behalte sich vor, gegen einzelne Müllgebührenbescheide zu klagen.

Laut Institut der Deutschen Wirtschaft Leverkusen teuerste Stadt

Im aktuellen Ranking mit Zahlen aus dem Jahr 2019 ist Leverkusen sogar teuerste Stadt in Deutschland bei den Müllentsorgungsgebühren. Die Berechnung hatte das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln durchgeführt.

Zwar zahlte man in dem Jahr in Köln bspw. vier Euro mehr pro Kopf. Aber in der Domstadt wird der Müll wöchentlich abgeholt, in Leverkusen alle 14 Tage. Entsprechend sei der Service ein anderer, so das Institut. Zahlen für das Jahr 2020 erscheinen voraussichtlich im Juni.

Stand: 13.01.2021, 11:41