Naturschutzverbände kritisieren Leitentscheidung für Tagebau

Garzweiler: Braunkohletagebau mit Schaufelradbagger

Naturschutzverbände kritisieren Leitentscheidung für Tagebau

Die Braunkohle-Leitentscheidung für den Tagebau Garzweiler II bei Erkelenz stößt auf heftige Kritik. Naturschutzverbände und Betroffene erklärten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass ihre Forderungen von der Landesregierung nicht berücksichtigt worden seien.

Kritisiert wird vor allem, dass für die Leitentscheidung keine neuen Gutachten eingeholt worden seien – zum Beispiel zu der Frage, wie viel Braunkohle überhaupt noch bis 2038 benötigt werde. Ausserdem bemängelten die Naturschutzverbände, Bündnisse und Anwohner am Mittwoch (14.10.2020), dass an der Umsiedlung von fünf Erkelenzer Ortschaften festgehalten werde.

Mangel an Transparenz

Die Landesregierung verlasse sich nur auf Aussagen des RWE-Konzerns, sagt BUND-Geschäftsführer Dirk Jansen. Mit dieser Leitentscheidung verfehle Deutschland die Pariser Klimaziele. Außerdem findet keine Bürgerbeteiligung statt. Es fehle an Transparenz, heißt es weiter. Die Leitentscheidung vertrete einseitig die Interessen von RWE und berücksichtigt nicht die betroffenen Menschen, die für Garzweiler II ihre Heimat verlieren.

Dialogveranstaltung der Landesregierung

Am Donnerstagabend (15.10.2020) findet in Erkelenz eine "Dialogveranstaltung" zum Entwurf der Leitentscheidung der Landesregierung statt - mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, FPD. Eine zweite Veranstaltung ist für den 29. Oktober in Kerpen geplant.

Stand: 14.10.2020, 17:28