Syrischer Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt

Syrischer Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt

  • OLG Düsseldorf verhängt lebenslange Haft
  • 43-Jähriger als Kriegsverbrecher verurteilt
  • Syrer saß seit 2016 in U-Haft

Nach 16 Monaten Prozessdauer hat das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf am Montag (24.09.2018) einen 43 Jahre alten Syrer wegen Kriegsverbrechen im Syrienkrieg zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest - eine vorzeitige Entlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts im Jahr 2012 als Chef einer rund 150 Mann starken Stadtteilmiliz in Aleppo eine grausame Schreckensherrschaft ausgeübt. Die Milizionäre hatten Menschen entführt und einige zu Tode gefoltert.

Folterungen nachgewiesen

Bei der Folterung von Gefangenen war der Angeklagte nach Überzeugung der Richter teilweise selbst anwesend. Er habe Gefangene schwer misshandelt und gefoltert, "teils eigenhändig, teils in seiner Verantwortung", sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Die Miliz gehörte zu den Gruppierungen, die als Teil der "Freien Syrischen Armee" gegen das Regime von Machthabers Baschar al-Assad kämpften.

Syrer setzte sich nach Deutschland ab

Nach seiner Zeit als Milizionär hatte sich der Angeklagte nach Deutschland abgesetzt und Asyl beantragt. Eines seiner Opfer hatte ihn wiedererkannt und angezeigt. Die näheren Umstände seiner Enttarnung sind nicht bekannt. Im April 2016 nahm eine Spezialeinheit den Mann in Münster fest. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Stand: 24.09.2018, 19:06