Impfungen im Kreis Kleve: Diskussion um Mitfahrbörse

Mundschutzmaske im Auto

Impfungen im Kreis Kleve: Diskussion um Mitfahrbörse

Von Dominik Peters / Marcus Böhm

Zehn Tage vor dem voraussichtlichen Start am Impfzentrum in Kalkar sorgt die Idee einer Mitfahrbörse für Diskussionen. Junge Menschen sollen Über-80-Jährige zum Impftermin fahren.

Die Bürgermeister der Kommunen im Kreis Kleve haben sich in einer Konferenz auf die Einrichtung von Mitfahrbörsen geeinigt.

Mit freiwilligen Fahrdiensten könnten junge Bürger "einen wichtigen Teil zum Gelingen der nationalen Impfstrategie" beitragen, so Landrätin Silke Gorißen (CDU). Sie verweist auf die "intakten Netzwerke" und das soziale Engagement im Kreis.

Auch der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers (CDU) zeigte sich im Anschluss an die Konferenz "zuversichtlich, dass sich ausreichend Freiwillige melden, die diesen Dienst gerne übernehmen." In einigen Kommunen sind bereits die ersten Anmeldungen eingegangen.

Voshaar: "Nicht der bevorzugte Weg"

Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik am Moerser Bethanien-Krankenhaus honoriert den sozialen Grundgedanken, sieht die Mitfahrbörse aus Infektionsschutzgründen aber kritisch. "Es ist auf jeden Fall nicht der bevorzugte Weg", sagte er dem WDR am Freitag.

Dr. Thomas Voshaar im Interview vor dem Bethanien-Krankenhaus am 04.12.2020

Man komme mit fremden Menschen in Kontakt und gerade in Autos sei "die Ansteckungsgefahr sehr, sehr hoch, weil es kleine Räume sind."

Die Mitfahrbörse sei zudem nicht für alle Über-80-Jährigen die Lösung: "Viele liegen zuhause in ihren Wohnungen und können nicht raus und für die hat man wieder überhaupt keine Idee." Voshaars bevorzugter Weg wäre eine Impfung über Hausärzte oder mit einem Impfmobil.

Börse duch Coronaschutzverordnung gedeckt

Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze (SPD) verteidigt die Idee dennoch und verweist auf die derzeit gültige Coronaschutzverordnung, die ein Treffen zweier Personen erlaubt. "Wir können jetzt keinen Sammeltransport machen", sagt Hinze. Im Auto sei eine Maske zu tragen. Versicherungstechnisch sei die Mitfahrbörse abgedeckt.

Terminvergabe soll bald starten

Während Freiwillige sich bereits für Fahrdienste melden können, werden Gesuche noch nicht entgegen genommen. Das sei erst möglich, wenn ein konkreter Impftermin vereinbart wurde.

Pfeil zum Impfzentrum

Informationen zur Terminvergabe wollen Gesundheitsministerium und Kreis Kleve in Kürze verschicken.

Stand: 15.01.2021, 11:31