Kreis Kleve: Zahlreiche Corona-Tests in Sammelunterkünften von Leiharbeitern

 Ein Techniker zeigt einen Nasenabstrich während einer Probe einer Covid-19-Testeinheit im Europäischen Parlament.

Kreis Kleve: Zahlreiche Corona-Tests in Sammelunterkünften von Leiharbeitern

  • Leiharbeiter in Goch und Emmerich auf Corona getestet
  • Untersuchte arbeiten in niederländischer Fleischindustrie
  • Testergebnisse stehen noch aus

Der Kreis Kleve hat am Pfingswochenende zahlreiche Leiharbeiter in Sammelunterkünften in Goch und Emmerich auf das Coronavirus testen lassen. Das gab der Kreis am Sonntag (01.06.2020) bekannt.

Spreen: Mehrere tausend Tests erforderlich

Die Untersuchten arbeiten alle in der niederländischen Fleischindustrie. Ergebnisse der Corona-Tests liegen laut Kreis noch nicht vor. Möglicherweise seien mehrere tausend Tests erforderlich, so Landrat Wolfgang Spreen. Der Kreis bekam personelle Unterstützung vom Land sowie der Stadt Krefeld.

Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze hatte bereits Anfang Mai in einem Schreiben an NRW-Gesundheitsminister Laumann gefordert, die angeordneten Corona-Tests für Schlachthof-Mitarbeiter in NRW auch auf diejenigen auszudehnen, die in niederländischen Schlachthöfen arbeiten und in deutschen Sammelunterkünften leben.

40 Immobilien als Sammelunterkünfte genutzt

Der Stadt seien insgesamt 40 Immobilien bekannt, die als Sammelunterkünfte für die Leiharbeiter dienten, die tagtäglich in Kleinbussen über die Grenze pendelten. "Die Unterbringung der Leiharbeiter in den Sammelunterkünften ist unter vielerlei Gesichtspunkten sowieso schon bedenklich. Aber dagegen fehlte uns als Kommune bisher die rechtliche Handhabe. Die aktuellen Entwicklungen im Kreis Coesfeld zeigen, dass diese 'Unart der Unterbringung' das Infektionsrisiko möglicherweise erheblich steigert", sagt Peter Hinze Anfang Mai.

Ordnungsamt hatte bereits Maßnahmen ergriffen

Vor den nun durchgeführten Tests hatte die Stadt Emmerich bereits einige Maßnahmen durch das Ordnungsamt ergriffen: So wurden den Leiharbeitsfirmen unter anderem Auflagen zur Beförderung der Arbeiter in Kleinbussen erteilt. Außerdem hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamts Regeln für das Verhalten in der Öffentlichkeit und in den Unterkünften in verschiedenen Sprachen ausgegeben.

Neben Emmerich und Goch sei auch in den Städten Kleve und in der Gemeinde Kranenburg eine erhebliche Anzahl von Sammelunterkünften von osteuropäischen Leiharbeitnehmern, die in den Niederlanden arbeiten, bekannt. Das Schreiben von Bürgermeister Peter Hinze war auch im Namen der Amtskolleginnen und -kollegen in diesen Kommunen ergangen.

Stand: 02.06.2020, 06:57

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