Wir machen auf: Kosmetikstudio in Krefeld verschiebt umstrittene Aktion

Nagel wird lackiert

Wir machen auf: Kosmetikstudio in Krefeld verschiebt umstrittene Aktion

Ein Krefelder wollte heute eigentlich sein Kosmetikstudio trotz Lockdown wieder öffnen - unter dem Motto "Wir machen auf". Jetzt hat er die Aktion um eine Woche verschoben.

Der Inhaber des Kosmetikgeschäftes sagte dem WDR, er wolle mit dem Verschieben der Aktion Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Außerdem wolle er der Politik eine Frist von einer Woche geben, um die Schließungen zurückzunehmen.

Beim Messengerdienst Telegram folgen dem Krefelder unter dem Motto "Wir machen auf - kein Lockdown mehr" zehntausende Menschen. Er sei durch den Lockdown "am Ende seiner Existenz", meint er. Nach Medienberichten hatte der Kosmetiker Kontakte zu führenden Köpfen der Querdenken-Initiative. Er selbst bestreitet aber, ihr anzugehören.

Stadt Krefeld kündigt Kontrollen an

Die Stadt Krefeld kündigte Kontrollen an. Auch der Kosmetiker könne mit einem Besuch rechnen. Für das verbotswidrige Öffnen von Geschäften werde ein Bußgeld von 2.500 Euro verhängt.

Handelsverband distanziert sich

Unter dem Schlagwort "#WirMachenAuf" kündigen in sozialen Netzwerken mehrere Händler an, ihre Geschäfte ab kommendem Montag unerlaubt wieder zu öffnen. Der Handelsverband Deutschland erteilte den Aufrufen eine Absage. "Für den Handel steht die wirkungsvolle und schnelle Bekämpfung der Pandemie an erster Stelle", so der Handelsverband.

Markus Ottersbach, Geschäftsführer des regionalen Handelsverbands Krefeld-Kempen-Viersen, kann die Frustration der Ladenbesitzer zwar verstehen. Er wisse, wie viel Druck momentan auf ihnen liege. "Das ist total menschlich, aber darf nicht zu Rechtsbruch führen." Auch er appelliert an die Ladenbesitzer, sich an die geltenden Corona-Bestimmungen zu halten und die Geschäfte geschlossen zu lassen.

Gegenbewegung in sozialen Netzwerken

Inzwischen hat sich auch in den sozialen Medien eine Gegenbewegung gebildet: Unter dem Hashtag "#WirmachenEuchDicht" rufen Befürworter der Maßnahmen auf Twitter auf, bei illegalen Geschäftsöffnungen sofort Strafanzeige zu erstatten.

Stand: 11.01.2021, 08:15