Pläne für neues Affengelände im Krefelder Zoo

Schimpanse isst Gemüse

Pläne für neues Affengelände im Krefelder Zoo

Von Thomas Kalus / Erik Rönicke

  • Krefelder Zoo bekommt nach Brand neues Affengelände
  • 40 Menschenaffen sollen auf Gelände leben
  • Überlebende Schimpansen müssen Zoo verlassen

Am Donnerstag (04.06.2020) haben die Stadt Krefeld und der Krefelder Zoo erste Pläne für ein neues Affengelände vorgestellt. Besonders im Fokus soll dabei der Schutz bedrohter Arten stehen. In der Silvesternacht 2019/20 waren beim Brand des Affenhauses mehr als 50 Tiere gestorben.

Auf dem neuen Gelände soll kein zentrales Affenhaus mehr entstehen, sondern einzelne Gebäude für die verschiedenen Menschenaffen. Bis zu 40 Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas sollen auf dem Gelände neben kleineren Affen- und Tierarten leben. Der bereits bestehende Gorillagarten werde in das Gelände integriert und erweitert.

Krefelder Zoo baut neues Affengelände

00:43 Min. Verfügbar bis 04.06.2021 Von Peter Hild

Zoo erhält mehr Platz für Affengelände

Um die Pläne für das neue Affengelände auch nach europäischen Haltungsstandards umsetzen zu können, wird der Zoo voraussichtlich zusätzliche 4.000 Quadratmeter Fläche von der Stadt bekommen. Dafür würden Teile des Parkplatzes des Grotenburg-Stadions wegfallen.

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer betonte bei der Bekanntgabe der Pläne aber, dass man dadurch weder den Umbau noch die Tauglichkeit des Stadions für die zweite oder erste Fußball-Bundesliga gefährden würde.

Kosten: mindestens 20 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Projekts schätzte Zoodirektor Wolfgang Dreßen auf mindestens 20 Millionen Euro. Man wolle das Gelände Schritt für Schritt errichten. Der erste Bauabschnitt soll spätestens in fünf Jahren fertig sein.

Zwei Schimpansen überlebten die Flammen

Das Affentropenhaus im Krefelder Zoo war bei einem Feuer in der Silvesternacht komplett niedergebrannt. Mehr als 50 Tiere starben in den Flammen. Nur zwei Schimpansen überlebten: das Männchen Limbo und das Weibchen Bally.

Das Affenhaus im Krefelder Zoo nach dem Feuer in der Sylvesternacht 2019/20

Blick auf das ausgebrannte Affenhaus

Ihnen geht es inzwischen wieder gut, den Zoo werden sie aber voraussichtlich bis Ende des Jahres verlassen. Grund sei, dass Schimpansen in Gruppen leben. Das sei im Zoo Krefeld zur Zeit nicht möglich. Wahrscheinlich werden die Tiere an einen anderen Zoo vermittelt.

Himmelslaternen lösten verherrenden Brand aus

Auslöser für das verheerende Feuer waren vermutlich mehrere Himmelslaternen, die das Plexiglasdach des Gebäudes in Brand setzten. Drei Frauen aus Krefeld hatten gestanden, mehrere von den verbotenen Laternen fliegen gelassen zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Vorkommnissen laufen noch.

Der Aufsichtsrat des Zoos hatte schon kurz nach dem Brand beschlossen, wieder Menschenaffen zu halten und auch der Stadtrat sprach sich dafür aus. Viele Menschen zeigten über Spenden ihre Anteilnahme an den Ereignissen. Bislang sind insgesamt 2,5 Millionen Euro eingegangen.

Polizei Krefeld zu den Ermittlungen nach Brand im Zoo WDR aktuell 02.01.2020 32:26 Min. Verfügbar bis 02.01.2021 WDR

Stand: 04.06.2020, 16:12

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