Krefeld: Widerstand gegen Surfpark am Elfrather See wächst

Krefeld: Widerstand gegen Surfpark am Elfrather See wächst

Von Thomas Kalus/Hanna Makowka

Anwohner kritisieren die Pläne für einen Surfpark am Elfrather See. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet und eine Online-Petition gestartet.

Zum einen befürchten Anwohner Lärm und Verkehrsprobleme. Zum anderen sorgen sie sich um das Naherholungsgebiet am Elfrather See. Die Stadt Krefeld hatte Ende September erstmals die Pläne für den Surfpark der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Immobilienfirma aus Monheim will an dem See für rund 25 Millionen Euro eine künstliche Surflagune in Form eines Diamanten bauen. Das Projekt soll 2023 fertiggestellt sein.

Der Andrang bei der Präsentation der Pläne war so groß, dass viele Interessierte draußen bleiben mussten. Viele Anwohner machten in kritischen Wortmeldungen deutlich, dass sie Angst vor Lärm, Verkehrs- und Umweltbelastungen haben.

Anwohner fürchten Verlust des Naherholungsgebietes

Eine Frau sagte: "Was ist mit der Müllentsorgung? Die ganzen Leute, die da hinkommen, die Parkplatzsituation – das wird unheimliche Auswirkungen haben. Aber die Anwohner sind in der Regel immer die Dummen."

Die Krefelder Stadtverwaltung versprach, sämtliche Anregungen und Kritik in die weitere Planung einfließen zu lassen.

200.000 Surfer pro Jahr erwartet

Die Immobilienfirma Elakari schätzt, dass 200.000 Menschen jährlich die Anlage nutzen werden. Das diamantförmige Becken wird durch einen 225 Meter langen Steg in zwei Hälften geteilt.

Eine so genannte Wavegarden-Technologie soll bis zu 1.000 Wellen pro Stunde erzeugen. So können in einzelnen Bereichen verschiedene Wellen für Anfänger und Profis entstehen.

Breites Sport-, Freizeit- und Gastronomieangebot

Auf öffentlichen Grünflächen des neun Hektar großen Geländes am Elfrather See soll es außerdem weitere Sport- und Freizeitangebote geben. Zum Beispiel balanceorientierte Sportarten wie Klettern und Slacklining, also das Balancieren auf dünnen Gurten. Auch ein Beachvolleyball-Feld ist geplant und Flächen zur Erholung, für Techniktraining und Yoga. Auch ein Campingplatz und Gastronomie sollen auf dem Areal entstehen.

Stadt will junge Leute aus der Region anlocken

Die Stadt Krefeld erhofft sich von dem Surfpark einen Imagegewinn und will Besucher aus der ganzen Region anlocken. Vor allem wolle man etwas für die jüngere Generation tun, so ein Stadtsprecher. Surfen liege voll im Trend. Und tatsächlich: Wellenreiten wird bei den Olympischen Spielen in Tokio erstmals olympische Sportart.

Nach den Plänen des Betreibers soll die Surflagune im Sommer 2023 eröffnet werden. Bis dahin müssen die Pläne aber noch etliche Genehmigungshürden nehmen.

Weiterer Surfpark in Werne geplant

Dazu hat der geplante Surfpark am Elfrather See Konkurrenz bekommen. In Werne im Münsterland, nur gut 100 Kilometer entfernt, soll der größte Surfpark weltweit entstehen. Die Krefelder FDP fragt deshalb, ob sich die in Krefeld geplante Investition von rund 25 Millionen Euro dann überhaupt rechnet. Sie will im November eine Anfrage an den Rat stellen.

Beide Surfanlagen sollen 2023 in Betrieb genommen werden. Die Stadt Krefeld sieht in dem zweiten Surfpark keine Konkurrenz. Ein Stadtsprecher sagte gegenüber dem WDR, dass man ein völlig anderes Einzugsgebiet habe und man sich durch die Pläne in Werne eher bestätigt fühle, offenbar auf den richtigen Trend zu setzen.

Die Surfanlage in Werne soll auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche entstehen. Geplant sind zwei riesige Wellenbecken – jedes so groß wie drei Fußballfelder.

Stand: 02.12.2020, 15:15

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