Razzia in Krefeld: Polizei sucht nach Impfpassfälschern

Stand: 11.02.2022, 14:33 Uhr

Nach der Razzia gegen Impfpassfälscher in Krefeld und Kempen hat die Polizei am Freitag erste Details genannt. Sie hatte am Dienstag zeitgleich acht Wohnungen und ein Geschäft der Käufer der Impfpässe durchsucht.

Bei dem Großeinsatz mit 50 Beamten konnten laut der Ermittler mehr als 30 Beweismittel sichergestellt werden – darunter mehrere gefälschte Impfpässe.

Freiheitsstrafen für Nutzung und Verkauf möglich

Über die Nutzer der Impfpässe will die Polizei nun an die Hersteller herankommen. Die Nutzer selbst seien den Behörden bisher nicht wegen Straftaten bekannt. "Außergewöhnlich für uns war, dass wir wirklich in der Mitte der Gesellschaft unterwegs waren. Das ist für uns untypisch, das gibt's maximal noch in der Wirtschaftskriminalität. Aber es waren wirklich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft: zum Beispiel Familienväter und Gewerbetreibende", sagt Jacques Isenrath, der Einsatzleiter der Razzia.

Die Auswertung der 30 gefundenen Beweismittel dauert weiter an. Die Staatsanwaltschaft betont, dass nicht nur der Verkauf, sondern auch die Nutzung einer Fälschung mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft wird.

Seit Dezember konnte die Krefelder Polizei rund 70 gefälschte Impfpässe sicherstellen. Sie würden im Schnitt für etwa 250 Euro verkauft.

Über dieses Thema haben wir auch in der WDR Lokalzeit aus Düsseldorf am 11.2. berichtet.