Kindesmisshandlung in Krefeld: Mutter freigesprochen

Kindesmisshandlung in Krefeld: Mutter freigesprochen

  • Mutter freigesprochen
  • Nagellackentferner in Augentropfen
  • Tochter wurde schwer verletzt

Nach der Misshandlung eines Kleinkindes hat das Krefelder Landgericht die angeklagte Mutter am Mittwoch (15.05.2019) in allen Punkten freigesprochen. 2016 wurden der damals 22 Monate alten Tochter Augentropfen verabreicht, die mit Nagellackentferner vermischt wurden.

Laut Gericht konnte nicht "mit der für eine Verurteilung nötigen Sicherheit" nachgewiesen werden, dass die Mutter die Augen ihrer Tochter absichtlich verätzt hat. Auch die Staatsanwältin hatte einen Freispruch gefordert.

Somit ist weiterhin unklar, wer die Tat vor drei Jahren verübt hat. Die 26-jährige Verkäuferin hatte damals ihren Freund als möglichen Täter beschuldigt. Deshalb wurde ihr neben der Misshandlung Schutzbefohlener und Körperverletzung auch falsche Verdächtigung vorgeworfen.

Ex-Freund beschuldigte Mutter

Der 31-jährige Ex-Freund sagte aus, die Mutter habe ihre Tochter auch mehrfach heftig geschlagen und sie geschüttelt. Sie habe damals verschiedene Drogen konsumiert. Das Mädchen wurde vom Jugendamt zunächst in einer Pflegefamilie und dann bei seinen Großeltern untergebracht, bei denen es momentan lebt.

Ärzte hatten neben der Verätzung der Augen auch weitere Spuren von Misshandlungen an dem Kind entdeckt, Verdacht geschöpft und die Polizei eingeschaltet. Bleibende Schäden bei dem jetzt fünfjährigen Mädchen wurden bisher nicht diagnostiziert.

Stand: 15.05.2019, 15:51