Krefeld Pinguinen droht die Insolvenz

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Krefeld Pinguinen droht die Insolvenz

Von Peter Hild

  • Traditionsverein vor der Insolvenz
  • Gesellschafter Ponomarev soll Gelder verweigern
  • Neue Geldgeber aktuell nicht in Sicht

Dem Eishockey-Traditionsverein Krefeld Pinguine droht in den nächsten Monaten die Insolvenz. Insidern zufolge fehlt in der Vereinskasse bis zu einer Million Euro, wie am Dienstag (08.10.2019) bekannt wurde.

Den Grund dafür sieht der Klub in ausbleibenden Zahlungen des Hauptgesellschafters Mikhail Ponomarev. Der weist den Vorwurf zurück, dass er dem Verein Geld schulde.

Geschäftsführer macht Finanzprobleme öffentlich

Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos hatte sich zuvor zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen und Ponomarev öffentlich aufgefordert, seinen Zusagen nachzukommen.

Er gehe im Moment nicht davon aus, dass dieser das noch tun werde, so Roos: "Dann muss die finanzielle Lücke jemand anderes auffangen, diese Person sehe ich aber momentan nicht. Von daher haben wir ein akutes Problem."

Zwangsabstieg in die Oberliga?

Mit dem zweiten Hauptgesellschafter Wolfgang Schulz laufen derzeit Gespräche, dass dieser seine erst für kommendes Jahr zugesagten Zuschüsse vorzieht. Damit könnten die Pinguine voraussichtlich bis zum Jahresende alle anfallenden Zahlungen leisten.

Krefelder Spieler

Krefelder Spieler

Für die derzeitige Finanzlücke wolle Schulz bisher aber nicht einspringen, so Roos. Daher fehlt mittelfristig ein Geldgeber, sodass womöglich Anfang nächsten Jahres Insolvenz beantragt werden müsste. Damit einhergehen würde wohl ein Zwangsabstieg in die Oberliga.

Ponomarev beschuldigt Klub

In einer exklusiven WDR-Stellungnahme weist Mikhail Ponomarev die Vorwürfe des Klubs zurück. Er wirft den Pinguinen stattdessen vor, ihm fortlaufend falsche Informationen über die tatsächliche Finanzlage weitergegeben zu haben. So sei der Verlust in der vergangenen Saison acht- bis zehnmal höher gewesen, als in den bei der Deutschen Eishockey-Liga offiziell zur Lizensierung eingereichten Zahlen.

Der Klub weist die Vorwürfe seinerseits in einem schriftlichen Statement am Dienstag (08.10.2019) zurück. Ponomarev sei von Beginn an korrekt über die finanzielle Situation informiert worden. Außerdem sei er in das Lizensierungsverfahren gar nicht eingebunden gewesen. Auch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) sieht für Ponomarevs Vorwürfe keinerlei Anhaltspunkte, teilte Geschäftsführer Gernot Tripcke mit.

"Darlehen abgelehnt"

Auf ein finanzielles Hilfsangebot seinerseits in Form eines Darlehens habe der Klub nicht reagiert, so Ponomarev weiter. Er sei bereit, seine Anteile an den Krefeld Pinguinen zu verkaufen.

Er halte sich weiter alle Optionen offen, "in Anbetracht der finanziellen Intransparenz und der Gesellschafterstruktur erscheint es mir allerdings schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden."

Stand: 08.10.2019, 17:29