Illegales Bordell in Krefeld vor Schließung

Illegales Bordell in Krefeld vor Schließung

  • Stadtrat gegen Änderung des Bebauungsplans
  • Seit 30 Jahren illegal betrieben
  • Stadt kann Bordell schließen

Das seit mehr als 30 Jahren illegal in Krefeld betriebene Bordell wird nicht offiziell genehmigt. 28 von 53 Mitgliedern des Stadtrats haben am Dienstagabend (29.01.2019) nach WDR-Informationen gegen eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans an der Mevissenstraße gestimmt. Die Stadt kann das Bordell deswegen schließen.

Stadt hatte Betrieb geduldet

Seit den 1980er Jahren arbeiten in der Einrichtung Prostituierte ohne offizielle Genehmigung. Die Stadt hat den Betrieb bislang geduldet – offenbar auch, weil die Betreiber des Bordells der Stadt jahrelang Geld gespendet haben. Das hatte die Staatsanwaltschaft Krefeld herausgefunden. Der Betreiber hatte den Antrag zur Änderung des Bebauungsplans gestellt, mit dem das Bordell hätte legalisiert werden können.

Bürgermeister für Schließung

Anfang der 1980er Jahre hatte die Stadt den Bebauungsplan an der Mevissenstraße geändert, um eine Ansiedlung des Eros-Centers unmöglich zu machen. Klagen der Bordell-Betreiber gegen diesen geänderten Bebauungsplan blieben erfolglos. Trotzdem drückte die Stadt offenbar über Jahrzehnte beide Augen zu - das Bordell blieb. Ein Zustand, den Oberbürgermeister Frank Meyer so nicht länger hinnehmen wollte. Er hatte sich klar für eine Schließung des Bordells ausgesprochen. "Aus Unrecht kann kein Recht entstehen", so Meyer. SPD und FDP haben den Oberbürgermeister unterstützt.

Grüne sorgen sich um Frauen

Die Krefelder Grünen hingegen konnten sich eine Änderung des Bebauungsplans vorstellen. Sie machen sich vor allem Sorgen um die Frauen, die dort arbeiten. "Das Gesundheitsamt der Stadt kennt die Frauen und hat Kontakt zu ihnen", so Ratsfrau Barbara Behr. Dieser Kontakt könne verloren gehen, wenn das Bordell schließen muss.

Stand: 30.01.2019, 05:19

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