Kalker Klinik für Versorgung reanimierter Patienten ausgezeichnet

Krankenhaus Kalk ausgezeichnet

Kalker Klinik für Versorgung reanimierter Patienten ausgezeichnet

Das evangelische Krankenhaus in Köln-Kalk gilt jetzt ganz offiziell als hervorragende Anlaufstelle für reanimierte Patienten.

Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat ihm das Zertifikat „Cardiac Arrest Center“ verliehen - als erster Klinik im rechtsrheinischen Köln. Nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Der erste wichtige Schritt ist die Reanimation – der nächste eine schnelle und gute Weiterbehandlung im Krankenhaus.

Ich hatte sehr viel Glück“, sagt Wilfried Bien heute, vier Monate nach seinem Herzinfarkt. Denn er hat überlebt – dank schneller Hilfe und guter medizinischer Versorgung. Es passiert im Mai an einem gemütlichen Fernsehabend mit seiner Frau, als der 74-Jährige plötzlich reglos im Sessel sitzt.

Ehefrau reagiert sofort auf Bewusstlosigkeit

Das Ehepaar Bien im Kalker Krankenhaus

Das Ehepaar Bien im Kalker Krankenhaus

Ich wollte mit ihm über den Film  sprechen, aber er hat einfach nicht reagiert“, sagt seine Frau Christine Bien. „Da habe ich sofort gewusst: Hier stimmt etwas nicht.“ Sie wählt den Notruf und beginnt gemeinsam mit dem Schwiegersohn, der zufällig in der Nähe ist, direkt mit der Herzdruckmassage und Beatmung.

Wilfried Bien lebt mit seiner Frau in Köln-Rath. Der Krankenwagen bringt ihn ins evangelische Krankenhaus Kalk: An all das kann sich Wilfried Bien heute nicht mehr erinnern. In der Klinik übernehmen nun die Spezialisten. Und die erfüllen in dem Bereich hohe Standards, meint der Deutsche Rat für Wiederbelebung.

Auszeichnung für die Versorgung

Das evangelische Krankenhaus Kalk hat deshalb das Zertifikat „Cardiac Arrest Center“ bekommen. Nach den Richtlinien der Experten heißt das: Es gibt dort für reanimierte Patienten eine optimale Versorgung mit guten Überlebenschancen. Bisher hatte in Köln nur die Uniklinik dieses Zertifikat.

Dr. Frank Eberhardt, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am evangelischen Krankenhaus Kalk hat vor allem die Menschen im rechtsrheinischen Köln im Blick. Denn je schneller reanimierte Patienten in gute Hände kommen, desto bessere Chancen haben sie.

Wie leisten hier schon lange hervorragende Arbeit mit reanimierten Patienten.  Mit modernster Technik, kurzen Wegen und viel Erfahrung. Durch unsere Bewerbung um das Zertifikat sind unsere Prozesse aber noch besser geworden“, sagt Dr. Frank Eberhardt. ,,Wir haben jetzt unter anderem ganz klare Checklisten, die abgearbeitet werden und unser ganzes Team wird regelmäßig in Schulungen auf den neusten Stand gebracht.

Wichtiger Appell eines Betroffenen

Wilfried Bien liegt nach seinem Infarkt rund fünf Wochen in Kalk. Er bekommt einen kleinen Herzschrittmacher mit Defibrillatorfunktion eingesetzt und dann viel Zeit und Unterstützung bei der Genesung. „Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagt Wilfried Bien heute „und man hat mich gut wieder aufgebaut.“ Nach der Operation haben Physiotherapeuten mit ihm gearbeitet und ihn schrittweise wieder auf die Beine gebracht. Im Juli hat dann seine Reha begonnen.

Heute fühlt sich Wilfried Bien wieder gut. Er ist zu Hause und geht regelmäßig zur Nachsorge zum Kardiologen. Was er zum Schluss unbedingt noch loswerden möchte: „Jeder Laie sollte sich eine Reanimation zutrauen. Es ist so wichtig, sofort damit anzufangen. Man kann bei einem Menschen, der fast tot ist, eigentlich auch nichts falsch machen. Außer man macht gar nichts.

Prüfen – Rufen – Drücken Planet Wissen 28.04.2021 01:05 Min. UT Verfügbar bis 01.10.2025 WDR

Stand: 22.09.2021, 14:02