Früheres Aus für Braunkohlekraftwerk Weisweiler

Früheres Aus für Braunkohlekraftwerk Weisweiler

  • 2030 soll Schluss für Kraftwerk und Tagebau Inden sein
  • Erhalt des Hambacher Forstes kostet laut RWE Milliarden
  • Tagebau Garzweiler geht laut RWE weiter wie geplant
Braunkohle-Bagger vor Kraftwerk Weisweiler

Braunkohle-Kraftwerk Weisweiler, Tagebau

Der RWE-Konzern will sein Braunkohlekraftwerk in Weisweiler zwei Jahre früher als genehmigt vom Netz nehmen. Vorstandsmitglied Lars Kulik erklärte am Mittwoch (20.03.2019) in Erkelenz, dass bereits 2030 sowohl für das Kraftwerk als auch für den Tagebau Inden Schluss sei. Damit käme der Konzern auch den Empfehlungen der Berliner Kohlekommission nach, die Braunkohleverstromung zu drosseln.

Rekultivierung wie geplant

Das Rekultivierungskonzept, das etwa einen See bei Inden vorsieht, würde dennoch so umgesetzt wie geplant. Deutschland soll nach Empfehlungen der Kohlekommission 2038 endgültig aus der Braunkohle aussteigen.

Erhalt des Hambacher Forstes würde Milliarden kosten

Der Hambacher Wald am Tagebau

Lars Kulik warnte außerdem vor den erheblichen Mehrkosten, die bei einem Erhalt des Hambacher Forstes entstehen würden. Das Unternehmen prüft derzeit, ob und wie der Wald in direkter Nähe zum Tagebau Hambach erhalten werden kann. Nach Aussage von RWE geht es um 200 Hektar Wald. Umweltverbände sprechen dagegen von 500 Hektar.

Neue Planung notwendig

Laut Lars Kulik müssten die Planungen komplett überarbeitet werden, etwa das Wasserwirtschaftskonzept. So könne beispielsweise der geplante Restsee nicht an der vorgesehenen Stelle liegen. Außerdem müssten immense Erdmassen bewegt werden, um den späteren Tagebausee zu stabilisieren. RWE spricht von rund 300 Millionen Kubikmeter Erde. Auch die komplexen Fragen zur Standsicherung der Böschungen müssten neu geklärt werden, sagte Lars Kulik. Letztendlich müssten Bund und Land entscheiden, ob ihnen der Erhalt des Waldstücks die Kosten in Milliardenhöhe wert sei.

Hambacher Forst Symbol des Widerstands

"Hambi bleibt" steht auf Baum im Hambacher Forst

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte es als wünschenswert bezeichnet, den Hambacher Forst zu erhalten. Der Wald ist zum Symbol des Protests von Umweltschützern gegen die Braunkohleverstromung geworden.

Tagebau Garzweiler geht laut RWE weiter wie geplant

Laut RWE wird der Tagebau wie geplant bis zum Ende ausgekohlt. Auch die laufenden Umsiedlungen würden wie geplant weitergehen, sagt Lars Kulik. Menschen in den betroffenen Dörfern hoffen dagegen nach wie vor, bleiben zu können. So hat die Initiative "Alle Dörfer bleiben" für Samstag (23.03.2019) zu einem Sternmarsch nach Erkelenz-Keyenberg aufgerufen.

Stand: 21.03.2019, 10:27

Kommentare zum Thema

14 Kommentare

  • 14 F.Praceus 22.03.2019, 09:42 Uhr

    Tja.... lieber WDR....hoffentlich bekommt ihr in der Zukunft nur grünen Zappelstrom. 3-4 Std.Sendezeit am Tag sollten ausreichend sein.

  • 13 Dieter 22.03.2019, 07:23 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 12 Dieter Wimmer 22.03.2019, 07:12 Uhr

    WDR wie immer, mit dem Satz "Menschen in den betroffenen......" wird suggeriert das es dort eine Mehrheit gibt die nicht umgesiedelt werden will, dabei handelt es sich um eine durch bestimmte Gruppen instrumentalisierte Minderheit . Und immer wenn Proteste wie dieser Sternmarsch stattfinden laufen da Gott und die Welt aus der linken und Grünen Szene rum, aber kaum jemand aus den Orten ! Wie so etwas organisiert wird hab ich selbst erfahren dürfen, da kommt ein Grüner Spitzenpolitiker (bei uns damals Bärbel Höhn) und organsisiert Veranstaltungen, aus dem betroffenen Ort sitzen 3 Menschen unter den 105 Teilnehmern, anschließend geht man vor die Presse und spricht davon das die Menschen da vor Ort das nicht wollen. Alles nur politisch ideologischer Glaubenskrieg !

  • 11 Calle Virnich 21.03.2019, 17:39 Uhr

    RWE verbeitet Fake-News von wegen früherem Ende des Tagebaus Inden, angeblich um den Empfehlungen der Kohlekommission nachzukommen. Dort soll ohnehin 2030 "Schluss sein".

  • 10 Wer die Musik bestellt 21.03.2019, 16:33 Uhr

    zahlt und wer Hambi erhalten will muss eben dafür aufkommen. Die Erhaltungskosten kann man ja nicht RWE aufbürden, sondern am liebsten soll BUND oder die Bewohner von Hambi für Ihr Anliegen zahlen. Es gibt immer noch das Verursacherprinzip und ich muss ja auch die Ausbesserung meiner Strasse bezahlen!

    Antworten (2)
    • Anonym 21.03.2019, 22:11 Uhr

      Der Wald war vor RWE da. Wer die Umwelt zerstört, soll auch dafür bezahlen.

    • Dieter 22.03.2019, 07:28 Uhr

      da gebe ich ihnen vollkommen recht, aber zwei wichtige Player haben sie bei all den Protest gegen Hambach vergessen der dabei immer im Hintergrund fleißig mit die "Aktivisten" unterstützen. Das sind die Leute von "Buirer für(gegen) Buir" und die Partei die ja sogar Parteitage dort abhalten möchte um mit zu protestieren, die bei der Genehmigung auch dabei waren, das sind die "Grünen"

  • 9 Gary Evans 21.03.2019, 14:32 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 8 Bernd Pütz 21.03.2019, 14:22 Uhr

    Wer keine Ahnung hat von Tagebauplanung, Rekultivierung, Wasserwirtschaft, Standsicherheit von Böschungen, Gewährleistung von Sicherheit usw. usw. sollte mit seinem Gelaber hier aufhören.

  • 7 Thomas 21.03.2019, 13:25 Uhr

    Klar kostet der Erhalt jetzt plötzlich Milliarden, wenn nicht sogar Billiarden. Schnell noch mehr Geld des Steuerzahlers abgreifen.......

    Antworten (2)
    • Dieter 22.03.2019, 07:15 Uhr

      Was glauben sie denn was alleine eine Umplanung mit Genehmigung für ein solches Areal kostet, die Böschung muss zur dauerhaften Nutzung aufgeschüttet werden, und das 1 km weiter nördlich wie vorher. 1KM an hundert m tiefer Böschung über 10 km, können sie sich diese Erdbewegung überhaupt vorstellen, und die ganze Erden muss irgendwo herkommen. Und das alles wegen ein paar Bäumen, ein Wald ist das doch gar nicht mehr, 200ha ist doch ein Witz. Die Theresienhöhe ist ja schon massiv größer.

    • Dieter 22.03.2019, 07:15 Uhr

      Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 6 Kolja Opitz 21.03.2019, 13:14 Uhr

    Der 1. April kommt doch erst noch. Und wer soll das bezahlen? Wie gut, dass ich meinen steuerlichen Sitz nicht mehr in diesem Land habe.

  • 5 Harry Anslinger 21.03.2019, 12:48 Uhr

    Das kostet Milliarden - mir kommen die Tränen! Der Klimawandel kostet auch Milliarden und betrifft Milliarden. Strategische Weichenstellungen wurden historisch falsch getroffen, obwohl die Notwendigkeit des Klimawandels schon lange, lange sichtbar war. Dieses Gejammere der notleidenden Großkonzerne ist nicht auszuhalten. Übernehmen Sie Verantwortung! Schalten Sie schneller ab, als 2030!!!

    Antworten (1)
    • Dieter 22.03.2019, 07:21 Uhr

      H.Anslinger RWE hat den Auftrag als Unternehmen dieses Land mit Strom zu versorgen, Klimawandel zu bekämpfen gehört nicht zu deren aufgaben. Womit das passiert sagt die Politik , sonst niemand. Die haben bei der Kernenergie damals direkt die Stromkonzerne beauftragt Kraftwerke zu bauen, und bei der Kohle war das genauso. Und beides war und ist gut und richtig, das heute eine von Medien und politischen Organissiationen aufgebrachte große Menschenmege das plötzlich nicht mehr gut findet ist ebenfalls der Politik geschuldet, so oder so, die Verantwortung liegt in Berlin und Brüssel , nicht in einer Konzernzentrale. Aber die Frage sollte sich mal jeder Bürger stellen der da mitmacht, wo soll denn 2030 der Strom herkommen der dieses Gesellschaft benötigt ? Oder glauben sie an das Märchen einer reinen Versorgung mit Wind und Sonne, das hat selbst der IPCC völlig verworfen, die sprechen von einer verachtfachung der Kernenergie bis 2030 und einer ver vierzehnfachung bis 2050.

  • 4 ein Anfang 21.03.2019, 11:27 Uhr

    . . . geht das vielleicht auch früher?