Konzerne bekommen EU Agrarsubventionen in Millionenhöhe

Das Bild zeigt einen Trecker auf einem verdorrten Feld.

Konzerne bekommen EU Agrarsubventionen in Millionenhöhe

Gleich mehrere deutsche Konzerne haben in den letzten beiden Jahren Fördergelder von der EU bekommen. Aber nicht etwa für ihr eigentliches Geschäft, sondern für landwirtschaftliche Flächen. Darunter zum Beispiel RWE und eine ALDI-Stiftung.

Da wo vor Jahren noch meterhohe Bagger Braunkohle gefördert haben können jetzt zumindest wieder teilweise Traktoren Ackerland bewirtschaften. Die Felder sind aber nicht etwa im Besitz von vielen kleinen Landwirten, sie gehören unter anderem dem Energiekonzern RWE.

RWE hat dafür in den Jahren 2018 und 2019 knapp 333.000 Euro Subventionen von der EU bekommen. Das geht aus einer Anfrage im Bundestag hervor. Bereits seit Jahren setzt sich der Energiekonzern eigenen Angaben zufolge dafür ein, Flächen rund um das rheinische Braunkohlerevier wieder nutzbar zu machen.

Auch ALDI-Stiftung bekommt Subventionen

RWE würde Äcker und Felder im Schnitt etwa sieben Jahre lang für eine spätere Nutzung vorbereiten, bevor sie dann weiter verkauft werden können. Insgesamt seien so knapp 13.000 Hektar wieder nutzbar gemacht worden.

Auch eine der Eigentümerstiftungen vom Lebensmitteldiscounter ALDI hat von der EU Agrarsubventionen erhalten. Für die Jahre 2018 und 2019 knapp 950.000 Euro. So investierte die Lukas-Stiftung im Rahmen sogenannter Share Deals gleich in mehrere landwirtschaftliche Betriebe.

Kritik an Share Deals

Das Geld wurde aber eigenen Angaben zufolge ausschließlich in den Betrieben selber genutzt. Die Stiftung oder gar der Lebensmitteldiscounter haben demnach nicht davon profitiert. Dennoch gibt es vor allem von Landwirten Kritik an den Share Deals.

Der Geschäftsführer vom Verein AgrarBündnis, Frieder Thomas, befürchtet dadurch im schlimmsten Fall eine Einflussnahme der Unternehmen. „Wir haben ganz große Probleme mit solchen Betrieben. Wir befürchten, dass Land in Besitz von Investoren und Nahrungsmittelkonzernen kommt.“

Bereits seit Jahren würden durch diese Praxis die Preise für landwirtschaftliche Flächen steigen. Das Bündnis will deshalb weiter für Beschränkungen beim Verkauf von solchen Flächen an größere Konzerne kämpfen.

Stand: 21.10.2020, 17:27