Nicht die erste Panne bei der "Konrad Adenauer"

Der Kanzler-Airbus, «Konrad Adenauer»

Nicht die erste Panne bei der "Konrad Adenauer"

  • Flugbereitschaft der Bundeswehr fliegt Staatsspitze
  • Immer wieder technische Probleme und Pannen
  • Regierungsmaschine war vorher im Passagierbetrieb

Ausgefallene Elektrik, keine reguläre Funkverbindung zum Boden: Auf dem Weg nach Buenos Aires mussten Angela Merkel und ihr Tross am Donnerstagabend (29.11.2018) in Bonn eine außerplanmäßige Landung einlegen. Es war nicht die erste Panne am Regierungsflieger "Konrad Adenauer" oder seinem Pendant, dem baugleichen Airbus A340 namens "Theodor Heuss".

Pannenflieger "Konrad Adenauer": Merkel muss notlanden

WDR 2 30.11.2018 03:57 Min. Verfügbar bis 30.11.2019 WDR 2

Mitte November 2018 musste Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stundenlang in Südafrika ausharren. Ein Triebwerk der "Konrad Adenauer" konnte nur mit Hilfe eines externen Geräts gestartet werden.

Auch im Oktober 2018 gab es Probleme mit der Maschine. In Indonesien waren Mäuse oder Ratten in das Flugzeug gelangt und hatten dieses lahmgelegt, indem sie wichtige Kabel angeknabbert hatten. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) war dadurch gezwungen, von der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einer Linienmaschine zurückzukehren.

Reifenplatzer, Rauchentwicklung, Computerprobleme

Im Dezember 2016 strandete Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf dem Weg nach Mali aufgrund eines Computerproblems bei ihrem A340. Sie musste in der nigerianischen Hauptstadt Abuja übernachten.

Im Mai 2016 platzte beim Start in Berlin einer der zwölf Reifen des A340, mit dem der damalige Außenminister Steinmeier nach Afrika fliegen wollte. Die Maschine legte eine Vollbremsung hin, Steinmeiers Abflug verzögerte sich erheblich.

Nach einem Motordefekt der "Adenauer" konnte im April 2016 ein Ersatzteil im chinesischen Changsha nicht sofort beschafft werden. Steinmeier kam zum G7-Außenministertreffen in Japan zu spät.

Im November 2015 fiel der Bordcomputer der "Adenauer" aus. Für seine Reise nach Italien musste Außenminister Steinmeier in eine Chartermaschine umsteigen.

Starke Rauchentwicklung sorgte dafür, dass im März 2014 bei der Vorbereitung zum Start ein Computer der "Adenauer" ausfiel. Steinmeier musste in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba ausharren.

Regierungsmaschine war vorher im Passagierbetrieb

Die "Konrad Adenauer" ist seit Frühjahr 2011 einer der Regierungsflieger in der Flotte der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Zuvor hatte die Lufthansa den Airbus A340 mehr als zehn Jahre im Passagierbetrieb, danach ist die Maschine komplett umgebaut worden. Das vierstrahlige Flugzeug hat 143 Plätze - darunter einen Konferenzbereich mit 12 und einen Privatbereich mit 15 Sitzen. Die Maschine besitzt ein Raketenabwehrsystem und Selbstschussanlagen. Sie kann nonstop bis nach Washington, Peking oder Rio de Janeiro fliegen.

Stand: 30.11.2018, 17:11