Kompostierbares Geschirr wird in Köln verbrannt

Kompostierbares Geschirr wird in Köln verbrannt 03:17 Min. Verfügbar bis 17.10.2020

Kompostierbares Geschirr wird in Köln verbrannt

  • Kompostierbares Geschirr muss in den Restmüll
  • Abbauzeit ist zu lang
  • Geschirr für die Müllabfuhr nicht als Kompost erkennbar

Immer mehr Büdchen- und Imbissbesitzer setzen in Köln auf kompostierbares Einweggeschirr, das im Biomüll entsorgt wird. Doch den Entsorgungsbetrieben macht das Probleme. Eislöffel aus Maisstärke, Salatschüsseln und Menüboxen aus Zuckerrohr sorgen für besonderen Aufwand bei der Abfallentsorgung der Stadt. Die Mitarbeiter müssen die Plastikalternativen wieder aus dem Biomüll aussortieren – und sie in den Restmüll werfen, obwohl sie kompostierbar sind.

Kompostierzeit zu lang

Der Grund: Die Anlage für Bioabfälle ist nur für die Abfälle geeignet, die in drei bis vier Wochen kompostieren, so ein Sprecher. Dieser kurze Zeitraum sei nötig, um die großen Mengen von rund 50.000 Tonnen im Jahr zu bewältigen. Plastikalternativen wie zum Beispiel die Menübox des Kölner Studierendenwerks benötigen aber bis zu zwölf Monate, um sich zu zersetzen.

Abbaubares Geschirr nicht für Müllabfuhr erkennbar

Ein weiteres Problem für die Abfallbetriebe: Das kompostierbare Geschirr ist nicht gekennzeichnet, so Lars Jany. Er arbeitet als Mülllader bei den AWB. "Sobald wir sehen, dass obendrauf Restmüll, Plastik oder sonst etwas liegt, was nicht reingehört, dann bleibt die Tonne stehen. Ob diese Menübox kompostierbar ist oder nicht, kann ich ja nicht wissen."

Nur ein kleiner Trost: Wenn das kompostierbare Material bei den Abfall Entsorgungs und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG) im Restmüll landet, kann wenigstens noch Strom daraus erzeugt werden.

Kompostierbares Einweggeschirr macht Probleme

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 17.10.2019 02:40 Min. Verfügbar bis 16.10.2020 WDR 5 Von Melanie Last

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Stand: 17.10.2019, 13:09