Straßenschild in Köln

Mehr Geschlechter-Gerechtigkeit bei Straßennamen

Stand: 04.04.2022, 17:29 Uhr

Politikerinnen und Politiker fordern mehr Frauennamen auf Kölner Straßenschildern. Denn bislang kämen Frauen dabei viel zu kurz.

Die Straßen, Plätze und Wege in Köln tragen überwiegend Männernamen und würdigen so den Namensgeber. Etwa Leo Fritz Gruber, der sich unter anderem mit der Gründung der Messe Photokina einen Namen gemacht hat. Es gibt auch viele Frauen, die diese Aufmerksamkeit und Ehre verdient hätten. Nach Angaben des Kölner Frauengeschichtsvereins sind jedoch nur auf zehn bis elf Prozent der Straßenschilder Frauennamen.

"Und die sind gerne mal zum Beispiel in Industriegebieten, wo sie kaum jemand sieht. Daher begrüßen wir die Initiative der Kölner Ratsfraktionen sehr." Bettina Bab, Kölner Frauengeschichtsverein

Gemeinsam haben die Ratsfraktionen jetzt den Antrag gestellt, künftig mehr Frauennamen auf die Straßenschilder zu bringen und damit mehr Frauenbiografien sichtbar zu machen. Das soll zum Beispiel in neuen Kölner Vierteln umgesetzt werden, in denen Straßen zum ersten Mal benannt werden.

Sensible Zeiten: Fragwürdige Straßennamen aus kolonialer Zeit

WDR 3 Mosaik 24.02.2022 04:54 Min. Verfügbar bis 24.02.2023 WDR 3


Koloniales Erbe der Stadt

Gleichzeitig wollen die Politikerinnen und Politiker auch die Aufarbeitung des kolonialen Erbes der Stadt angehen.

"Viele Straßenschilder haben einen Bezug zur kolonialen Ausbeutung." Manfred Richter, Bündnis 90/Die Grünen

Dazu zählt zum Beispiel die Gustav-Nachtigal-Straße im Kölner Stadtteil Nippes oder die Wißmannstraße in Ehrenfeld. "Diese Schilder sollen ersetzt oder mit einem erklärenden Hinweis versehen werden", so Manfred Richter. Für ihn ist klar: "Mit den neuen Benennungen setzen wir ein Zeichen für Akzeptanz, Frieden und Gleichheit."

Tonspuren aus der Kolonialzeit

WDR 5 Scala - Hintergrund Kultur 26.08.2021 10:40 Min. Verfügbar bis 26.08.2022 WDR 5


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