Kölner Startup kämpft gegen überfüllte LKW-Parkplätze

Kölner Startup kämpft gegen überfüllte LKW-Parkplätze

Kölner Startup kämpft gegen überfüllte LKW-Parkplätze

Von Sabine Büttner

In Deutschland fehlen laut Bundesverkehrsministerium 23.000 Parkplätze für LKW. Ein großes Problem für Fahrer, die Pause machen oder übernachten wollen. Helfen soll die Idee eines Kölner Startups.

Die Gründer Roland Moussavi und Philipp Henn haben eine App entwickelt, mit der LKW-Fahrer und -Fahrerinnen ihre Route planen und Parkplätze an Raststätten oder Autohöfen buchen. Dazu geben sie ihr Ziel und ihre restliche Lenkzeit in der App „Aparkado“ ein.

Bei Stau schlägt der Algorithmus eine Alternative vor und gibt den bereits gebuchten Platz wieder frei. Nach Angaben der Gründer ist das ein Vorteil gegenüber anderen Apps, die schon auf dem Markt sind.

LKW weichen auf Industrie- und Wohngebiete aus

Überall in NRW fehlen Parkplätze für LKW, unter anderem im Ruhrgebiet oder rund um Köln. Der Betreiber des Autohofs in Frechen, Guido Geib, berichtet, dass er jeden Samstag 40-50 LKW wegschicken muss, weil sein Parkplatz voll ist. Die Fahrer weichen dann zum Beispiel auf umliegende Industrie- und Wohngebiete aus, obwohl sie dort gar nicht parken dürfen. Doch die Fahrer müssen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten.

Das Problem ist überall gleich. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hat im März 2021 zusammen mit der Universität Duisburg-Essen untersucht, wie voll die Rastplätze sind. Beispiel Krefeld: Hier käme es rund um den Hafen zu Problemen.

Parkplatz-Chaos an der Autobahn: Keine Parkplätze für Trucker

03:19 Min. Verfügbar bis 20.11.2023


Kölner Idee kommt gut an

Das Kölner Startup ist auch mit Autohöfen im Münsterländischen Isselburg und in Bad Honnef im Gespräch. „Generell stoßen wir auf Interesse seitens der Parkraumbetreiber“, sagt Gründer Philipp Henn. Wer Flächen an LKW vermieten will, kann die über „Aparkado“ zur Verfügung stellen.

Noch gibt es die App erst in einer Beta-Version. Zur Zeit testen ausgewählte Fahrer die App deutschlandweit. Neben der Parkplatz-Buchung sollen Zusatzfunktionen den Alltag erleichtern. Die App zeigt an, ob das Restaurant geöffnet ist oder es Duschen und Waschmaschinen gibt. Ende Juni wollen die Kölner Gründer mit der App am Markt starten.

90 Millionen Euro für neue Stellplätze

Langfristig sollen bundesweit auch mehr Stellplätze für LKW gebaut werden. Das Bundesverkehrsministerium stellt dafür 90 Millionen Euro bereit. Ein Ziel des Förderprogrammes ist auch, dass immer mehr Parkplätze mit technischen Systeme ausgestattet werden, die die Auslastung erfassen und die Daten online bereitstellen – damit Fahrer sehen können, wo noch ein Parkplatz frei ist.

Stand: 14.04.2021, 12:45