Kölner Stadtwald ist Opfer des Klimawandels

Mitarbeiter der städtischen Forstverwaltung Köln zeigen die Schäden an den Bäumen im Kölner Stadtwald

Kölner Stadtwald ist Opfer des Klimawandels

Von Frank Piotrowski

  • 250 Bäume werden gefällt
  • Nach Dürre: Bäume anfällig für Krankheiten
  • Wald pflanzt sich selbst nach

Im Kölner Stadtwald im linksrheinischen Lindenthal fallen bis Mitte Dezember 250 Bäume. Arbeiter der städtischen Forstverwaltung haben bereits mit den Arbeiten begonnen. Waldbesucher müssen in den kommenden Tagen mit kurzfristigen Absperrungen rechnen.

Die letzten beiden Sommer waren heißer, als es der etwa 100 Jahre alte Stadtwald aushalten kann Die Bäume haben zwar erst die Hälfte ihrer natürlichen Lebenserwartung erreicht. Aber viele von ihnen sterben jetzt schon ab. Die Hitze hat sie getötet. Sie sorgte dafür, dass die Bäume ihre natürlichen Abwehrkräfte verloren haben und damit anfällig für Krankheiten wurden. Beispiel: Die Rußrindenkrankheit. Erst wird die Baumrinde schwarz, dann wird der Baum brüchig von innen, am Ende stirbt er ganz ab.

Bäume sind Gefahr für Spaziergänger

Die 250 Bäume, die jetzt fallen müssen, befinden sich im Bereich der Wege und Trampellpfade im Wald. Sie können das Leben der Waldbesucher bedrohen. Dort, wo sie keinen Schaden anrichten können, bleiben sie als Totholz stehen. So bleiben sie ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Vögel, zum Beispiel den Specht.

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Kein Nachpflanzen nötig

Erst in 100 Jahren wird der Wald wieder so aussehen wie vor Beginn des Baumsterbens. Allerdings pflanzt die Stadt Köln nicht nach. „Das ist unnötig“, sagt Förster Michael Hundt. „Das erledigt der Wald von ganz allein durch sich selbst aussäenden Baumsamen“.

Mit gezielten Eingriffen soll aber dafür gesorgt werden, dass mehr Buchen und Linden im Stadtwald wachsen. Die sind hitzebeständiger als der bisher weitverbreitete Bergahorn. Ob in 100 Jahren auch Palmen im Stadtwald wachsen, ist unklar. Förster Michael Hundt hofft, dass der Klimawandel nicht so weit geht.

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