Archiveinsturz: Stadt Köln hofft auf Schadensersatz

Trümmer liegen am 04.03.2009 in Köln (Nordrhein-Westfalen) an der Stelle, an der sich das eingestürzte historische Stadtarchiv befand.

Archiveinsturz: Stadt Köln hofft auf Schadensersatz

  • Archiveinsturz zerstörte wertvolles Kulturgut
  • Restaurierung dauert noch lange
  • Kölner OB Reker hofft auf Schadensersatz

Das Stadtarchiv gilt als das wichtigste in ganz Deutschland, weil Köln seit Römertagen nahezu ununterbrochen eine Stadt von Bedeutung war. In dem Archiv befinden sich jahrhundertealte Dokumente. Bei dem Einsturz im März 2009 wurden Unmengen wertvoller Archivgüter zerstört. In mühevoller Kleinarbeit gelang es Experten am Ende, gut 95 Prozent der Archivalien zu bergen.

Ihre Restaurierung wird aber wohl noch über 30 Jahre dauern. An anderer Stelle läuft der Bau eines neuen Archivs. Der Strafprozess um den Archiv-Einsturz ging am 12. Oktober 2018 mit drei Freisprüchen und einer Bewährungsstrafe zu Ende.

Strafprozess ging zu Ende

Das Landgericht Köln verurteilte einen Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Die drei anderen Angeklagten - zwei Bauleiter von Baufirmen und eine weitere KVB-Mitarbeiterin - wurden freigesprochen.

Die Kölner OB Henriette Reker erhofft sich nach dem Ende des Strafprozesses zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs Schadenersatz für die Stadt. "Es ist zumindest ein zartes Signal für den Ausgang des Zivilprozesses", sagte sie.

"Pfusch am Bau" als Einsturzursache

Werner Langen, der Rechtsberater der Stadt in der Sache, sagte, es sei aus Sicht der Stadt positiv, dass das Gericht eine klare Einsturzursache benannt habe: "Pfusch am Bau" beim Anlegen einer neuen U-Bahn-Linie. Das Gericht sehe die Verantwortung dafür bei den Baufirmen.

Stand: 13.10.2018, 13:11