Kölner Spezialisten decken europaweiten Drogenhandel auf

Kölner Spezialisten decken europaweiten Drogenhandel auf

Von Oliver Köhler

  • Europaweit agierende Rauschgifthändler
  • Versandzentrum in den Niederlanden
  • Justizminister informiert sich in Köln

Spezialisten der Kölner Staatsanwaltschaft für Internetkriminalität haben eine europaweit agierende Bande von Rauschgifthändlern auffliegen lassen.

Die Täter sollen in Drogenlaboren in den Niederlanden im großen Stil chemische Drogen produziert und europaweit per Päckchen verschickt haben. Der Handel wurde über Online-Geschäfte im Internet abgewickelt.

Die Kunden kauften zunächst Schoko-Riegel per Internet. Auf den Riegeln waren Gutscheincodes für den Kauf der Drogen aufgedruckt. So haben die Täter sichergestellt, dass nur Kunden, die bereits mit der Bestellung der Schokoriegel die Drogen bezahlt hatten und echte Adressen besaßen, auch Drogen bekamen.

Handel über das Internet abgewickelt

Nach Angaben der Ermittler war der Handel hochprofessionell über ein Versandzentrum in den Niederlanden organisiert. Die Rohstoffe für die Drogen bekamen die Tatverdächtigen per Paket aus China.

Die Ermittler nahmen vier Verdächtige aus den Niederlanden fest. Ihnen wird vorgeworfen, seit 2015 mindestens 15.000 Drogenpakete verschickt zu haben. Dabei sollen sie 2,7 Millionen Euro eingenommen haben.

Köln: Schlag gegen Drogenhändler

WDR 5 Westblick - aktuell 11.06.2019 02:30 Min. Verfügbar bis 10.06.2020 WDR 5

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Bei der Durchsuchung von Wohnhäusern, Büros und einem Computerzentrum haben die Ermittler große Mengen Drogen, Bargeld und umfangreiches Datenmaterial sichergestellt. An der Aktion waren 125 Beamte beteiligt. Bei dem Einsatz trugen Beamte Schutzanzüge, weil die Substanzen zur Herstellung der Drogen zum Teil hochgiftig sind.

Deutsche, niederländische und kroatische Ermittler

Peter Biesenbach

Justizminister Biesenbach

An der Aktion waren auch Polizisten aus den Niederlanden und Kroatien beteiligt. Aus Anlass des Ermittlungserfolgs informiert sich am Dienstag (11.06.2019) der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU) über die Arbeit der bei der Kölner Staatsanwaltschaft angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen. Dort ermitteln speziell ausgebildete Staatsanwälte gegen Kriminelle in Internet und Sozialen Netzwerken.

Justizminister Biesenbach betonte zudem die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und unterstrich seine Forderung, auch das zur Verfügungstellen von Internetplattformen für kriminelle Geschäfte unter Strafe zu stellen.

Stand: 11.06.2019, 10:48

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