Kölner Polizei entschuldigt sich bei Schriftstellerin

Kinderbuchautorin Mirijam Günter

Kölner Polizei entschuldigt sich bei Schriftstellerin

Von Anke Bruns

Die Kölner Polizei hat sich bei der Schriftstellerin Mirijam Günter entschuldigt. Die Schriftstellerin wirft der Beamtin rassistisches Verhalten vor.

Mirijam Günter war am 17. April 2020 nachts vor ihrer Haustür in Köln-Ehrenfeld von einer Polizistin und einem Polizisten kontrolliert worden. Die beiden Beamten suchten eine Frau, die versucht haben soll, ein Fahrrad zu stehlen. Laut einer Zeugin habe die Frau dunkle Locken gehabt und ausgesehen wie eine „Zigeunerin“.  Mirijam Günter hat schwarze Locken.

In Handschellen am Boden

Vor allem die Beamtin sei ihr gegenüber sehr aggressiv aufgetreten, sagt die Kölner Autorin. „Ehe ich mich versah, lag ich in Handschellen auf der Erde. Und meine Sache waren überall verstreut.“ Die Beamten verlangten von ihr, die Haustür aufzuschließen.

Durchsuchung ohne Erlaubnis

Anschließend wollte die Beamtin Mirijam Günters Wohnung durchsuchen. Sie habe ihr gesagt: „Wir wissen ja, was solche Typen wie ihr immer versteckt. Waffen, Drogen, Menschen.“ Gegen ihren Willen sei die Beamtin dann in ihre Wohnung gegangen. Auf ihren Protest hin habe die Polizistin erwidert: „Was willst du denn dagegen machen. Solchen Typen wie Euch glaubt man eh nicht.“

Anzeige wegen Hausfriedensbruch

Die Staatsanwaltschaft hatte zu dem Fall nach einer Anfrage des WDR im April 2020 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Mirijam Günter hatte die Polizistin zudem angezeigt.

Das Ergebnis: Die Beamtin musste wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs 150 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Danach stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen sie ein. Für fremdenfeindliche Äußerungen konnte die ermittelnde Staatsanwältin keine ausreichenden Belege finden. Die Beamtin und der Beamte hatten dies beide bestritten. 

"Rassistische Äußerungen sind zu verurteilen"

Die Polizei erklärte dazu in einer Stellungnahme an das Antidiskriminierungsbüro: Hier stehe Aussage gegen Aussage. Daraus sei aber keinesfalls zu folgern, dass es die rassistischen Äußerungen nicht gegeben habe. „Derartige Diskriminierungen – so sie denn stattgefunden haben – (sind) nicht zu akzeptieren und in aller Deutlichkeit zu verurteilen.“

Stand: 27.07.2021, 16:16

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