Kölner Museum zeigt Plattencover von Andy Warhol

Kölner Museum zeigt Plattencover von Andy Warhol

  • Künstler gestaltete Cover für internationale Stars
  • Auch das legendäre Stones-Album "Sticky Fingers" dabei
  • Viele bislang unveröffentlichte Schallplattenhüllen
Warhol Gesicht

Fast alle von Andy Warhol gestalteten Plattencover sind in Köln in einer Ausstellung zu sehen. Das Museum für Angewandte Kunst präsentiert von Freitag an (31.08.2018) erstmals eine bislang unveröffentlichte Privatsammlung.

Sie stammt von Ulrich Reininghaus und umfasst nahezu lückenlos alle von Andy Warhol gestalteten, konzipierten und produzierten Plattencover sowie zahlreiche Skizzen und Entwürfe.

Zusammen mit Filmen, Hörbeispielen, Fotografien und weiteren Arbeiten von Warhol dokumentiert die Ausstellung - getreu dem Titel "Pop goes Art" das Zusammenspiel der Medien Kunst und Musik.

"Andy Warhol – Pop goes Art" im Museum für Angewandte Kunst Köln

WDR 4 Gut zu wissen 13.09.2018 02:23 Min. WDR 4

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Auch Rolling-Stones-Album gestaltet

Bananengemälde von Andy Warhol

Die Warhol-Sammlung stammt von Ulrich Reininghaus

Andy Warhol (1928-1987) setzte sich während seiner gesamten beruflichen Laufbahn mit dem Medium Schallplatten-Cover auseinander, nicht nur als Grafiker und Künstler, sondern auch als Produzent. Er gestaltete Plattencover für international renommierte Interpreten und für die unterschiedlichsten Musikgenres von Jazz, Klassik, Pop, Rock, Punk, New Wave bis hin zu Radioreportagen und Filmmusik. Hierzu zählen das legendäre und skandalöse Album der Rolling Stones „Sticky Fingers“ oder Cover für Diana Ross, John Lennon, Paul Anka, Miguel Bosé oder das NBC Symphony Orchestra.

Dokument für Warhols künstlerischen Werdegang

Rolling Stones Plattencover Warhol

Auch dieses Rolling Stones-Plattencover stammt von Warhol

Durch Zeichnungen, Siebdrucke, Fotografien Collagen sowie eigenwillige kalligraphische und dreidimensionale Elemente prägte Warhol die Ästhetik der zeitgenössischen Plattencovergestaltung. Gleichzeitig sind die über einen Zeitraum von rund 40 Jahren entstandenen, zum Teil in sehr hohen Auflagen erschienen Alben ein eindrucksvolles Dokument für Warhols künstlerischen Werdegang, seine Pop-Philosophie und die für sein Werk prägende Idee der seriellen Kunst.

Ausstellung

Bis 24. März 2019 Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr.

Adresse
MAKK- Museum für Angewandte Kunst Köln
An der Rechtschule
50667 Köln

Bilder für die Ohren. Andy Warhols Plattencover im MAKK

Von Thomas Köster

Andy Warhol war nicht nur die schillernde Lichtgestalt der Pop-Art: Zeit seines Lebens gestaltete er auch Plattencover. Dabei machte er keinen Unterschied zwischen Jazz und Klassik, Rock und Pop, New Wave und Punk, wie eine Ausstellung im Kölner MAKK illustriert.

Andy Warhol. Pop goes Art, Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), Köln 2018 (Ausstellungsansicht)

Eigentlich trifft es der Ausstellungstitel "Pop goes Art" nicht so recht. "Pop-Art goes Music" hätte es eher auf dem Punkt gebracht. Denn im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) hängen hinter Plexiglas fast alle LP-Cover Andy Warhols. Und einige ihrer großformatigen Vorbilder werden auch gezeigt.

Eigentlich trifft es der Ausstellungstitel "Pop goes Art" nicht so recht. "Pop-Art goes Music" hätte es eher auf dem Punkt gebracht. Denn im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) hängen hinter Plexiglas fast alle LP-Cover Andy Warhols. Und einige ihrer großformatigen Vorbilder werden auch gezeigt.

So, wie Warhol seinem Stil treu blieb und er fast immer das Gleiche in wechselnden Motiven produzierte, überspannte die Leidenschaft des Künstlers für Musik sein ganzes Schaffen: Im MAKK sind Werke aus 40 Jahren zu sehen.

Dabei machte Warhol zwischen Jazz und Klassik, Rock und Pop, New Wave und Punk offenbar keinen Unterschied. Auch Radioreportagen wurden so illustrativ im klassischen Warhol-Look verpackt. Musikalisch hat da vielleicht nicht alles Bestand. Die Illustrationen aber revolutionierten die Cover-Ästhetik.

Das gilt vor allem auch für das Cover zu "Sticky Fingers" (1971) der Rolling Stones, bei dem Warhol mit dem Designer Craig Braun zusammenarbeitete. In die Fotografie einer Männerjeans ist ein echter Metallreißverschluss eingearbeitet, innen ist ein Männerkörper in Unterhose zu sehen: einem von Warhol viel beachteten Kleidungsstück.

Die gezeigten Exponate stammen aus der Privatsammlung des Kölner Unternehmers und Mäzens Ulrich Reininghaus, der fast alle Platten zusammengetragen hat, die Warhol becovert hat – und das, wie hier bei Debbie Harry, oftmals in den verschiedensten Varianten.

Für Harrys Band "Blondie" schuf Warhol einige Titelmotive, die wiederum auf seinen nach Vorlage von Polaroids geschaffenen Siebdrucken basieren. Die Farbigkeit der Lippen steigerte Warhol durch einen separaten Druck mit emailliertem Rot.

Beliebt war bei Warhol auch die Ende der 60er Jahre erfundene "Picture Disc" mit ihrem Oberflächenbild, für die der Pop-Artist oftmals Siebdruck-Porträts von Sängern abwandelte. Auch hierfür sind einige schöne Beispiele in Köln zu sehen.

Schön ist auch, dass "Pop goes Art" nicht bei den Plattencovern stehen bleibt, sondern auch Siebdrucke, Fotografien, Collagen und Objekte zeigt, die von Warhol oder aus dem Umfeld seiner Factory stammen. Dazu gehören auch die beeindruckenden Porträts der Sängerin Christa Päffgen alias Nico von Nat Finkelstein.

Nico war nicht nur Warhols Muse, sondern sie lieh auch der legendären Factory-Band "Velvet Underground" ihre unverwechselbare rauchig-melancholische Stimme. Für deren Debütalbum "The Velvet Underground & Nico" ...

... entwarf Warhol das nicht weniger legendäre, von ihm selbst mehrfach variierte Bananencover, das zu einer Art Kunst-Ikone geworden ist.

Und wer sich durch die Ausstellung durchgesehen hat, kann in einem letzten Medienraum dann auch noch einen Teil der Musik erhören, die in Warhols Plattenhüllen steckt. Das macht die Ausstellung erst rund (links: Cover von Warhols letzter Produktion "MTV High Priority" von 1987 mit Musik von Pat Benatar, Cyndi Lauper, Whitney Houston oder den Bangles).

Und dann gibt es in der Kölner Schau auch noch die ein oder andere kleinere poppige Entdeckung zu machen, die vielleicht nicht den Geist, wohl aber Auge und Ohr beflügeln. Mehr wird nicht verraten.

"Andy Warhol. Pop goes Art" ist noch bis zum 24. März 2019 im Museum für Angewandte Kunst Köln zu sehen.

Stand: 30.08.2018, 14:14

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