Vorläufiges Aus für Kölner Impfprojekt

Vorläufiges Aus für Kölner Impfprojekt

Die Schwerpunktimpfung in Kölner Stadtbezirken mit hoher Inzidenz laufen vorerst aus. Der Grund: Es fehlt Impfstoff.

Die Sonderimpfungen in Stadtbezirken mit hohen Inzidenzzahlen laufen vorerst aus. Das teilte der Krisenstab der Stadt Köln am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz mit. Die mobile Impfstation in Köln-Chorweiler werde zurückgebaut und bis auf Weiteres ausgesetzt. Sowohl Kölns Stadtdirektorin Andrea Blome als auch Feuerwehrchef Christian Miller wirkten frustriert und enttäuscht. Am Donnerstagabend hieß es noch, die Stadt bekäme für ihre Impfaktion zusätzliche Dosen vom Land.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte diese Woche in einem Brief an das Land um Hilfe gebeten. Sollte das Land nicht mehr Dosen liefern, müsse Köln, so wie jetzt geschehen, das von vielen hundert Anwohnern genutzte Angebot in diese Woche einstellen. Da das Düsseldorfer Gesundheitsministerium derzeit keinen zusätzllichen Impfstoff liefert, liegen zudem die Planungen für fünf weitere mobile Impfstationen in anderen Hochhausgebieten auf Eis.

Impfen am Kölnberg nur am Freitag und Samstag

Unterdessen startete am Freitag eine Impfaktion am Kölnberg in Meschenich. Hier wird allerdings nur am Freitag und am Samstag geimpft. Am Wochenende ist dann außerdem eine Impfaktion in der Zentralmoschee in Ehrenfeld geplant.

Impfaktion in Chorweiler startete am Montag

Am Montag hatte die Stadt Köln mit den Schwerpunktimpfungen begonnen. In Chorweiler waren deshalb Corona-Impfteams unterwegs. Auch ein Impfbus kam zum Einsatz, in dem sind seit Montag 2.700 Menschen geimpft wurden, so die Stadt.

Schon vor Beginn der Aktion am Montagnachmittag hatte sich auf dem Liverpooler Platz im Kölner Stadtteil Chorweiler eine lange Schlange gebildet. Mehrere hundert Menschen warteten darauf, den Impfbus betreten zu dürfen. Vorgesehen für die Impfungen waren ausschließlich Bürger, die im Stadtteil Chorweiler leben. Das kontrollierten die Impfteams anhand der Personalausweise.

Teams impfen im Bus in Chorweiler nur mit Moderna

Die Stadt Köln hatte die Menschen im Vorfeld über die Aktion nicht informiert. Allerdings wurden in Chorweiler viele auf den Bus aufmerksam und erfuhren vor Ort, dass Impfungen dort möglich sind. Auch, welches Präparat bei den mobilen Impfteams verimpft wurde, erfuhren die Bürger erst vor Ort. Im Impfbus wurde ausschließlich mit dem Impfstoff von Moderna geimpft.

Zwei Chorweilerinnen erzählen warum sie sich impfen lassen

Fatima Sezek aus dem Stadtteil Chorweiler wird als Erste mit dem Impfstoff von Moderna geimpft.

Fatima Sezek wurde als Erste geimpft.

Eine Frau war schon sehr früh auf dem Platz in Chorweiler. Sie hatte den Bus schon am Montagmittag gesehen. Sie stammt aus Russland und sagte, dass viele Familienmitglieder in den Wohnungen nur russisches Fernsehen schauen. Deswegen wollen sich viele von ihnen auch nur mit dem Impfstoff Sputnik V impfen lassen. Sie selbst ist offener: Sie hat am Montag eine Moderna-Dosis bekommen. Eine zweite Frau türkischer Herkunft erzählte am Montag, dass sie die Impfung für einen Urlaub brauche.

Inzidenzzahl in Chorweiler nach wie vor hoch

Eine lange Schlange aus Menschen steht vor dem Impfbus in Köln-Chorweiler an

Eine lange Schlange aus Menschen steht beim Impfbus in Köln-Chorweiler an

Die Stadt hat die Impfaktion bereits in der vergangenen Woche geplant. Unklar war allerdings bis zuletzt, in welchem Stadtteil mit dem Impfen im Bus angefangen wird. Die Wahl traf Chorweiler, weil in dem Stadtteil die Inzidenz nach wie vor hoch ist. Der Leiter der Kölner Feuerwehr Christian Miller sagte uns am Montagnachmittag, dass die Inzidenz in Chorweiler bei 540 liege. Das sei besorgnisserregend. Deshalb sei die Aktion sehr wichtig und der Andrang belege, dass die Menschen geimpft werden wollen.

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Stand: 07.05.2021, 14:26