Kölner Haie starten Hilfsaktion mit symbolischen Tickets

Rettungsaktion für Kölner Haie

Kölner Haie starten Hilfsaktion mit symbolischen Tickets

Die Kölner Haie verkaufen ab Mittwoch symbolische Eintrittskarten für die anstehende Eishockey-Saison. Der Deutschen Eishockey Liga DEL und den Haien droht wegen der Corona-Pandemie die Insolvenz.

Ein Retter-Ticket kostet zehn Euro. 100.000 Tickets wollen die Kölner verkaufen, um eine Million Euro zusammen zu bekommen. Diese Summe fehlt nach Klubangaben, um an einem etwaigen Saisonstart im Dezember auch ohne Zuschauer teilnehmen zu können.

Als einer von sechs DEL-Clubs spielen die Haie auch nicht beim geplanten Vorbereitungsturnier von Mitte November an mit. Dabei will die Liga testen, ob eine Saison während der Pandemie funktionieren kann.

Kehrtwende der DEL

Rettungsaktion für Kölner Haie

Die Kölner Haie beim Training

Die Deutsche Eishockey Liga hatte den Start der neuen Saison bereits zweimal verschoben, weil wegen der Corona-Pandemie derzeit Spiele vor Zuschauern nicht möglich sind, die Klubs aber in hohem Maße von den Einnahmen rund um einen Spieltag abhängig sind. Deshalb hatte sich die DEL zunächst gegen Geisterspiele ausgesprochen, zuletzt aber angedeutet möglicherweise doch auch ohne Zuschauer spielen zu wollen.

 Aushängeschild vor dem Aus

Die Kölner verzeichneten in der vergangenen Saison einen Schnitt von 13.333 Zuschauern pro Heimspiel. Sie sind damit der Zuschauerkrösus des gesamten deutschen Sports außerhalb des Fußballs, und sie würde ein Geisterspiel-Betrieb besonders hart treffen. Die Haie stünden finanziell vor dem Aus.

Das würde nicht nur die Profis betreffen, sondern auch die Jugend und die größte Eishockey-Frauenabteilung Europas. Laut Haie-Geschäftsführer Philipp Walter steht der gesamte Eishockey-Standort Köln auf der Kippe.

Deshalb hatten sich die Haie vergangene Woche mit einem Appell an Fans, Sponsoren und die Politik gewandt und starten jetzt mit der angekündigten Retter-Ticket-Aktion, verkaufen symbolische „immerwigger"-Tickets.

Fans der Konkurrenten aus Düsseldorf, Krefeld und Iserlohn haben bereits Hilfe angekündigt.



Stand: 28.10.2020, 13:10