Kölner Grüne fordern autofreie Innenstadt

Kölner Grüne fordern autofreie Innenstadt

  • Grüne wollen autofreie Innenstadt
  • City-Maut für Köln geplant
  • Koalitionspartner CDU reagiert irritiert

Die Kölner Grünen möchten den Verkehr in der Innenstadt für Autos stark einschränken. Am Wochenende haben die Mitglieder der Partei ein entsprechendes Verkehrskonzept verabschiedet.

Nur noch elektrische Lieferwagen in der Stadt?

Viel mehr Fußgängerzonen und noch viel weniger Parkplätze: Denn Autos sollen, so die Kölner Grünen in ihrem Beschluss, aus der Innenstadt herausgehalten werden. Kölns City soll autofrei werden. Auf dem Weg dahin ist zunächst eine City-Maut vorgesehen. Und selbst Lieferwagen sollen nur noch in die Stadt dürfen, wenn sie keine Abgase mehr erzeugen.

Autoparkplätze könnten für Räder genutzt werden

Parkplätze an der Straße und in Parkhäusern sollen nach dem Willen der Grünen in Radfahrer-Parkplätze umgewandelt werden. Die Partei sprach sich auch für Pilotprojekte für autonomes Fahren in Köln aus. Im Kölner Rathaus arbeiten die Grünen derzeit mit der CDU zusammen.

CDU zeigt sich wenig begeistert

Die CDU hat unterdessen verwundert auf dieses Verkehrskonzept reagiert. So lehnt der Kölner CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau eine Citymaut ab. Auch andere Forderungen der Grünen-Basis seien - so wörtlich - unrealistisch und unsozial. Einigkeit bestehe dagegen darin, neue Wohngebiete besser an den Nahverkehr anzuschließen und Busse und Bahnen in der ganzen Stadt häufiger fahren zu lassen.

Maximal abgasfrei – Wohnviertel ohne Autos Planet Wissen 08.04.2019 05:01 Min. Verfügbar bis 08.04.2024 ARD-alpha

Stand: 25.02.2019, 13:41

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Michael 25.02.2019, 20:45 Uhr

    Hört sich ja alles ganz toll an. Ich kann mir ja noch aussuchen wo ich mein Geld zu einkaufen ausgeben will. Köln würde bei der Umsetzung einer solchen Forderung bald eine Menge weniger Geschäfte haben. Eigendlich bin ich dafür dass auch dann die Fahradfahrer über eine Steuer die Infrastruktur mitfinanzieren.

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    • RK 26.02.2019, 12:59 Uhr

      @Michael - zwei Korrekturen: 1) Der Feind des erfolgreichen Einzelhandels ist heute zum einen der Internethandel und zum anderen fehlende Aufenthaltsqualität. Mit Blick auf Köln: Untersuchungen zeigen, dass die Parkhäuser nur selten (z.B. in der Vorweihnachtszeit ausgelastet sind. 2) Auch Fußgänger und Radfahrer zahlen Steuern. Die Steuern, die Autofahrer zahlen, decken längst nicht die realen Kosten. Der Autoverkehr wird von der Gesamtbevölkerung subventioniert, ob sie ein Auto hat, oder nicht.

    • hø'ø 27.02.2019, 06:40 Uhr

      @RK: Die Steuern, die Radfahrer und Fußgänger bezahlen, bezahlen Autofahrer auch noch. Daß Autofahren trotz der gigantischen Einnahmen hauptsächlich durch KFZ-Steuer, Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer (zusammen 2013 47Mrd EUR) subventioniert wird, halte ich für ein Gerücht. Nur ca. 10% davon flossen 2013 in die Straßen zurück. Wenn man allerdings auchStraßenreinigung, Straßenbeleuchtung und Straßenentwässerung, wie es der VCD macht, den Autofahrern zuordnet, dann rechnet man falsch (oder möchten Sie als Radfahrer oder Fußgänger im Dunkeln durch Wasserlachen fahren?).

  • 6 Willi Winzig 25.02.2019, 19:40 Uhr

    Auch wenn ich mittlerweile kein Freund der Grünen mehr bin, gilt gerade für Großstädte: Weniger (Verkehr) ist mehr (Lebensqualität). Als unter Rot/Grün seinerzeit die "Ökosteuer" auf Benzin eingeführt wurde, hätte man die Chance nutzen können und mit dieser Ökosteuer einen kostenlosen innerstädtischen ÖPNV zu finanzieren ( wäre logisch gewesen ) , das Geld wurde aber anders verplant. Seitdem hat der Individualverkehr aber weiter zugenommen und es ist fast zu spät für eine Umkehr. Ein radikales Auto-Verbot wird sich kaum umsetzen können PS: Bin kein Kölner, gehe nur mit offenen Augen durch die Großstädte

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    • Willi bald 25.02.2019, 21:32 Uhr

      Eine Anmerkung zur Ökosteuer ! Das war nichts weiter, als eine Erhöhung der Mineralölsteuer unter einem Decknamen. Man kann es auch eine Lüge nennen. Trotzdem für auch ich trotz der Vorbehalte gegen die Grüne dafür, dass die Innenstädte autofrei werden. Mit Ausnahmen. Und an die Einkaufsbornierten ! Wenn jede Innenstadt autofrei wird , ist allen geholfen. Doch werden gerade die Fußgängerzonen Geschäfte oft von bornierten alten eingesessenen Geschäftsleuten geführt, die zwar hipp mit ihrem Mini und Coffee to go sich als die Tollen fühlen, aber nicht fortschrittlich denken können. Liebe Innenstadt Geschäftsleute ! - Zahlt den Kunden die Karte für den ÖPNV - bietet eine kostenlose Lieferung nach Hause an; auch hier flexibel, bei sofortigem Bedarf mit einem Lieferdienst, bei Zeit mit dem Paketdienst etc. Denkt doch mal nach ! Zum FC fahren auch nicht 50.000 mit dem Auto. In Bremen ist sogar die Gegend ums Stadion am Spieltag 2,5 vorher nachher autofreie Zone !!!!!

    • hø'ø 26.02.2019, 06:32 Uhr

      Die Begründung für die Ökosteuer war die Stützung der Renten und die Beibehaltung des Rentenbeitragsniveaus. Hat nicht langegehalten: Die Beiträge sind zwar tatsächlich nicht wesentlich gestiegen, dafür aber das Rentenniveau drastisch gesunken, und die Gelder aus der Ökosteuer fließen vermutlich mittlerweile überall hin, nur nicht in die Renten. Ich bin die letzten Jahre nur noch per Zug nach Köln gefahren (NRW-Ticket, knapp 2h Fahrzeit, dafür gemütlicher als mit dem PKW), aber wenn jetzt der Hauptbahnhof demnächst jahrelang nicht mehr angefahren wird, und ich noch höhere Preise fürs Parken und womöglich noch Stadt-Maut bezahlen soll, muß ich mir überlegen, ob ich überhaupt noch nach Köln kommen kann.

  • 5 Bernd 25.02.2019, 19:38 Uhr

    Würde man sich endlich von dem Wahnsinn verabschiden, daß die Bevölkerung wachsen muß, dann wäre es auch nicht so eng in den Innenstädten. Die Menschen, die dort leben, wollen wohl kaum ihre Gewohnheiten ändern. Und was die Leute von außerhalb angeht: Wird die Innenstadt für Autos gesperrt, dann kauft man eben woanders ein. Dann ist die Innenstadt nicht nur Auto- sondern auch Geschäftefrei.

  • 4 Olaf 25.02.2019, 19:11 Uhr

    Ganz gewiss bin ich kein Freund der Grünen. Nur sieht man wieder an den Reaktionen des deutschen Michels, wie verbohrt dieser noch ist. Nimm mir nicht mein Auto. In Köln benötige ich kein Auto. Ich haben in mehreren Großstädten unseres Landes gewohnt und dort immer auf das Auto verzichtet. Gewundert habe ich mich über die Stenze, die neben der Bahn daher fuhren und so schnell wie die Fußgänger vorankamen. Ja, Köln muss in der Innenstadt keine Auto haben. Also zumindest nicht die Berufspendler und Besucher der Fußgängerzone. Handwerker beispielsweise ganz klar ja, weil die wohl kaum mit der Straßenbahn / U-Bahn und auf dem Buckel das ganze Werkzeug zum Kunde fahren können. Aber die Verbohrtheit des deutschen Autofahrers grenzt schon an.... lassen wir das. Denkt doch mal selber nach. Natürlich benötigen wir im Zuge dann mehr Bahnen/Waggons und vor allem mehr Sicherheit durch Präsenz von Ordnungskräften. Das ist natürlich nicht das Steckenpferd der Grünen, also die Polizei.

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    • hø'ø 26.02.2019, 06:38 Uhr

      In Köln selber braucht man kein Auto, das stimmt. Aber versuchen Sie mal, ohne Auto aus Köln rauszukommen: Bis Bergisch-Gladbach kommen Sie noch, dann wird's dünn mit ÖPNV. Ins Sauerland kommen Sie beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur, wenn Sie sehr viel Zeit mitbringen - oder, in manche Orte, gar nicht. Umgekehrt gilt das genauso für Pendler aus dem Umland (die teilweise auch aus dem Bergischen oder dem Sauerland kommen). Ich bin aus Südwestfalen jahrelang nach Troisdorf gependelt - mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich da jeden Tag 5-6 Stunden unterwegs gewesen, mit dem PKW 2.

  • 3 Ulrich Gineiger 25.02.2019, 18:43 Uhr

    Man sollte sich den Kommentar von Harald Martenstein im Tagesspiegel über die grünen Umerzieher ansehen: "Die Grünen haben sich das Image als Spaßbremsen- und Vorschriftenmacher-Partei selbst eingebrockt. Toleranz hat die Partei nur noch für Ihresgleichen. So eine Partei ist nicht wählbar". Nichts hinzuzufügen.

  • 2 Helmut G. 25.02.2019, 18:16 Uhr

    Autos in der Innenstadt? Ja, aber nur unter verschärften Bedingungen: Tempolimit auf max. 30 km/h, keine kostenlosen öffentlichen Parkplätze (es gibt kein Recht auf kostenloses Parken auf städtischem Grund!) und eine nutzbare Gehwegbreite von mindestens 2 m an allen Straßen. Nutzbar bedeutet ohne Kneipenmobiliar, Geschäftsauslagen oder Autos, egal ob parkend oder fahrend. Radwege weden bei dieser Breite nicht mit einberechnet. Die Stadt ist primär für die Menschen da, nicht für die Fortbewegungsmittel eines Teils dieser Menschen. Denn was man nicht übersehen darf: Immer mehr Leute in den Großstädten haben kein Auto. Oft weil sie es gar nicht brauchen. Warum also beansprucht eine Minderheit so viel Platz und darf so viel Dreck und Lärm machen?

  • 1 Martinus 25.02.2019, 16:16 Uhr

    Die Grünen fordern eine Innenstadt ohne Autos ?!? Na, eine Kölner Innenstadt ohne Grüne wäre mir da wichtiger {;)))) Is dat eijentlich ne serijöhse Projek´ vun dene Jrüne? Ich jlöv, die wulle nur emol zeije, dat se och ens jeck sinn künne...! Dreimol Kölle alaaf.