Zwilling kommt 97 Tage nach dem anderen zur Welt

Zweizeitige Zwillinge in Holweide geboren

Zwilling kommt 97 Tage nach dem anderen zur Welt

In Köln sind Zwillinge mit einem Abstand von 97 Tagen zur Welt gekommen. Eine solche Zwillingsgeburt ist weltweit extrem selten.

Auch für die Ärzte im städtischen Kölner Krankenhaus Holweide, die am Montag (15.04.2019) über das Ereignis berichteten, ist die zweizeitige Zwillingsgeburt von Liana und Leonie eine Besonderheit: zweieiige Zwillinge, die mit einem Zeitunterschied von mehr als drei Monaten das Licht der Welt erblicken.

Erstgeborene ein Frühchen

Liana hatte es sehr eilig und kam schon nach knapp 27 Schwangerschaftswochen im November 2018 als Frühchen zur Welt. Sie brachte 900 Gramm auf die Waage.

Die Schwangerschaft mit dem anderen Zwilling verlief dann ohne Komplikationen. Möglich war das, weil jedes Kind seine eigene Plazenta hatte, über die es im Mutterleib versorgt wurde.

Nach der Geburt des ersten Kindes schloss sich der Muttermund schnell wieder. Das zweite kleine Mädchen wurde im Februar 2019 nach mehr als neun Monaten im Mutterleib geboren. Es wog 3700 Gramm.

Mutter und Zwillinge wohlauf

Inzwischen haben beide Kinder das Krankenhaus gesund verlassen und haben gut zugelegt, sie wiegen jetzt mit knapp sechs Kilo gleich viel. Auch die Mutter ist wohlauf.

Zweizeitige Geburt in Paderborn

Eine ähnliche Geburt ereignete sich 2015 in Paderborn. Dort kam das erste Kind 17 Wochen vor dem errechneten Termin mit einem Gewicht von einem halben Kilogramm zur Welt. Nach der Geburt des ersten Mädchens schloss sich auch hier der Muttermund wieder und die Wehen ließen nach. Die Zwillungsschwester blieb weiter in der Fruchtblase und kam 38 Tage später zur Welt.

Auch damals sprach man von einer "absoluten Rarität". Voraussetzung ist, dass jedes der beiden Kinder eine Fruchtblase und eine Plazenta hat. Bei eineiigen Zwillingen ist das bei etwa ein Drittel der Schwangerschaften der Fall.

Stand: 15.04.2019, 15:27