"Charité des Westens": Großklinik soll in Köln entstehen

Das Bettenhaus der Uniklinik Köln.

"Charité des Westens": Großklinik soll in Köln entstehen

Von Jens Gleisberg

Durch die geplante Zusammenlegung der Kölner Uniklinik und der städtischen Kliniken soll eine der größten Kliniken der Bundesrepublik entstehen.

Eine Studie zum Thema soll der Politik im Gesundheitsausschuss vorgelegt werden. Durch die geplante Zusammenlegung sollen 40 Millionen Euro pro Jahr gespart werden.

Das Projekt läuft intern unter dem Namen "Charité des Westens", in Anlehnung an das angesehene Berliner Großkrankenhaus. Beteiligt sind die Uniklinik sowie die städtischen Kliniken in Merheim, Holweide und der Amsterdamer Straße.

"Charité des Westens" soll medizinische Versorgung verbessern

Die Studie zum Zusammenschluss listet eine Reihe von Vorteilen auf, die sich durch die neue Großklinik mit fast 15.000 Mitarbeitern ergeben würden. Die medizinische Versorgung könne verbessert werden und durch die Stärkung der Forschung auch zusätzliches Personal eingestellt werden, heißt es in der Studie.

Kritiker wie die Partei Die Linke bemängeln, dass das sanierungsbedürftige Krankenhaus Holweide die Vollversorgung aufgeben soll. Nach den bisherigen Plänen soll in einem Neubau eine Geriatrische Fachklinik errichtet werden.

Keine Folgen für Kölner Mitarbeiter

Die chronisch verlustreichen städtischen Kliniken sollen nach dem Zusammenschluss Gewinne einfahren. Insbesondere die Finanznot hatte die Stadt überhaupt erst auf die Idee gebracht, den Verbund als "Leuchtturm der Medizin" anzugehen.

Eine Idee, die zunächst viele Kritiker fand, denn es wurde ein Stellenabbau befürchtet. Betriebsbedingte Kündigungen wegen der Zusammenlegung sind allerdings ausgeschlossen. Die bisherigen fast 4400 Mitarbeiter der städtischen Kliniken sollen ihre Rechte behalten. Falls der Kölner Stadtrat dem Verbund im Mai zustimmt, muss danach noch das Land den Verbund endgültig beschließen.

Stand: 20.04.2021, 17:44