Wolf mitten in Köln gesichtet

Wolf mitten in Köln gesichtet

Von Melisa Gürleyen

Ein Wolf hat seinen Nachtspaziergang offenbar in einem von Kölns beliebtesten Vierteln gestartet – Ehrenfeld. Bei seinem Streifzug wurde er gleich zwei Mal gefilmt.

Eine Kölnerin wird nicht schlecht gestaunt haben, als sie beobachtete, wie der Wolf in Ehrenfeld zügig die Straße entlang lief. Gegen 0:10 Uhr in der Nacht zu Mittwoch (19. Mai) meldete sich die Frau beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Sie habe ein wolfähnliches Tier mit ihrer Handykamera filmen können.

Wolf streift durch mehrere Kölner Viertel

Nach Angaben des LANUV setzte das Tier seinen Streifzug nach Neuehrenfeld fort. Auf einem nahegelegenen Firmengelände lief es zwischen Parkplätzen hin und her und suchte scheinbar einen Ausweg. Dabei erfasste eine Überwachungskamera das Tier.

Anhand dieser Aufnahmen hat die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) das Tier inzwischen eindeutig als Wolf bestätigt. Allerdings: Aussagen über Geschlecht, Alter und Identität des Wolfes sind nicht möglich.

Wolf an zwei weiteren Orten in Köln gesichtet

Zwei weitere Meldungen gingen in dieser Nacht beim LANUV ein. Um 2:30 Uhr wurde ein wolfsähnliches Tier beobachtet, das im Stadtteil Köln-Bilderstöckchen sehr schnell vor einem Auto flüchtete.

Und gegen drei Uhr morgens beobachtete ein Autofahrer ein wolfsähnliches Tier im Kölner Norden, als es eine Straße in Köln-Weidenpesch überquerte und sich dann in einen Grüngürtel zurückzog. Danach wurde das Tier nicht mehr gesehen.

Vier Schafe in Kölner Rheinaue tot aufgefunden

Einen Tag später, am Morgen des 20. Mai, wurden in der nördlichen Kölner Rheinaue vier tote Schafe gefunden. Wie die Tiere zu Tode kamen, ist noch unklar.

Offenbar erlegte sie ein großer Hund oder eben ein Wolf. Ein Wolfsberater hat im Auftrag des LANUV die Schafe dokumentiert und Proben für die genetische Untersuchung genommen. Derzeit laufen die DNA-Analysen noch.

Wölfe sind in Köln extrem selten

"So etwas ist extrem selten, aber es passiert." Das sagt das LANUV, denn eigentlich würden Wölfe Gebiete mit vielen Menschen meiden. Vermutlich handele es sich um einen jungen Wolf, der sein Rudel verlassen hat.

In dieser Lebensphase wanderten sie hunderte von Kilometern umher, um sich ein neues Gebiet zu suchen. Der Wolf könne sich nur so weit in die Stadt gewagt haben, weil es um diese Uhrzeit kaum Menschen auf den Straßen gab. "Im Grunde genommen haben sie mehr Angst vor uns als wir vor ihnen", sagt die Pressesprecherin. Es sei nicht gänzlich auszuschließen, dass sich nochmal ein Wolf in die Innenstadt verirre – es sei aber eben extrem selten.

Stand: 21.05.2021, 16:53

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