Kölner Polizei probt Ernstfall am Flughafen

Das Flughafengebäude Köln/Bonn von vorne.

Kölner Polizei probt Ernstfall am Flughafen

Von Oliver Köhler

  • 1.000 Beamte trainieren Anti-Terror-Einsatz
  • Terminal 1 in der Nacht zu Mittwoch gesperrt
  • Flugverkehr über Terminal 2

In der Nacht zum Mittwoch (21.11.2018) wird am Flughafen Köln/Bonn ein kompletter Terminal für eine groß angelegte Anti-Terror-Übung gesperrt. Erstmals wollen Polizei und Zoll an einem deutschen Flughafen den Einsatz gegen einen terroristischen Angriff trainieren. 1.000 Beamte nehmen daran teil.

Übung für Fluggäste nicht zu sehen

Das Terminal 1 wird bereits am frühen Dienstagabend (20.11.2018) weiträumig abgesperrt. Niemand soll sehen, wie sich die Beamten auf den Einsatz vorbereiten und wie sie in dem Gebäude vorgehen werden. Die Taktik der Polizei soll geheim bleiben, damit mögliche Terroristen nicht wissen, wie die Beamten auf bewaffnete Angriffe und auf Bombenleger reagieren. 

Mehrere Szenarien werden trainiert

Im Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn sollen Polizisten und Zollbeamte in mehreren Durchläufen unter möglichst realistischen Bedingungen Terroreinsätze trainieren. Die Szenarien hat die Bundespolizeiakademie in Lübeck entwickelt. Dafür haben Experten Terrorangriffe auf Flughäfen und Bahnhöfe in Frankreich und Belgien analysiert und die Erkenntnisse daraus in das Übungskonzept einfließen lassen.

Auch Streifenpolizisten dabei

Das Anti-Terror-Training stellt vor allem die Polizisten im Streifendienst am Flughafen vor große Herausforderungen. Denn sie sollen als erste Sicherheitskräfte vor Ort Angreifer bekämpfen und nach Möglichkeit kampfunfähig machen oder ihren Aktionsradius einschränken.

Spezialkräfte der GSG 9 beteiligt

Einige Soldaten der GSG 9 stehen teils getarnt und bewaffnet in einer Reihe.

An der Übung sind auch Spezialeinheiten, unter anderem die GSG9, beteiligt. Sie kommen bei Terrorlagen meist erst mit zeitlichem Abstand an die Tatorte. Mit der Übung wollen Polizei und Zoll die Zusammenarbeit stärken und ihre Einsatzkonzepte überprüfen.

Gäste: Reise vor Abflug klären

In der Nacht zu Mittwoch müssen alle Abflüge und Ankünfte über das Terminal 2 abgewickelt werden. Der Flugbetrieb soll dadurch aber nicht behindert werden. Dennoch rät der Flughafen allen Passagieren, Details zu den Abflügen mit den Fluggesellschaften zu klären. Der Verkehr vor Terminal 1 wird im Abflugbereich umgeleitet, von 21 Uhr bis vier Uhr morgens

Stand: 20.11.2018, 13:02