Delle in der A4 zwischen Kerpen und Düren

Delle, Autobahn A4, Kerpen, Düren

Delle in der A4 zwischen Kerpen und Düren

  • Delle auf Autobahn am Tagebau Hambach
  • Zusammenhang mit Braunkohlerevier unklar
  • Ab Sommer führt Autobahn mitten durch Garzweiler

Der Schaden wurde in der vergangenen Woche auf dem neuen Abschnitt der A4 rund 500 Meter vor der Autobahnausfahrt Merzenich in Höhe Kerpen Buir entdeckt, sagte die Kölner Polizei. Sie erhielt vergangene Woche eine Meldung. Die Fahrbahn ist an einer Stelle so stark abgesackt, dass Autofahrer jetzt nur noch Tempo 100 fahren dürfen.

Fahrbahnabsackung durch Verschiebungen im Boden

Nach Einschätzung des zuständigen Landesbetriebs Straßen.NRW hat sich der Boden tief unterhalb der Fahrbahn verschoben. Dies sei auf die geologische Struktur des Rheinlands zurückzuführen, also auf die Beschaffenheit und den Zustand der Gesteinsschichten. Ob auch der benachbarte Tagebau Hambach den Schaden mit verursacht haben könnte, sei derzeit noch unklar, sagte eine Sprecherin.

Das "Netzwerk Bergbaugeschädigter im Rheinischen Braunkohlerevier" macht den benachbarten Tagebau Hambach verantwortlich. Unterhalb der Autobahn gebe es als Folge des Tagebaus eine seit langem bekannte tektonische Störung, sagte ein Sprecher des Netzwerks.

Fahrbahn ist nur vier Jahre alt

Die A4 zwischen Kerpen und Düren wurde erst 2014 für den Verkehr freigegeben. Der Neubau ersetzt eine alte Trasse, die dem Tagebau weichen musste.

Ähnliche Probleme auf A44n werden ausgeschlossen

Auch die Autobahn 44n zwischen Jackerath und Holz wurde wegen des Tagebaus neu gebaut. In diesem Sommer geht sie in Betrieb und führt dann mitten durch Garzweiler II. Der Projektleiter von Straßen.NRW, Klaus Dahmen, schließt aus, dass es dort zu einem Absacken der Autobahn kommt.

Das Bauprojekt, für das der Konzern RWE verantwortlich ist, sei sehr eng von der TU München und Straßen.NRW begleitet worden. Das verwendete Material schließe sehr gut ab, so Dahmen. Zudem gebe es dort einen überbreiten Mittelstreifen, wo bei Regen Wasser abfließen und versickern könne. Mit der Inbetriebnahme des Abschnitts übernimmt Straßen.NRW die Verantwortung.

Stand: 16.04.2018, 15:19