Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Eine Chronologie in Bildern

Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Eine Chronologie in Bildern

Elf Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat der Stadtrat einem 600 Mio. Euro-Vergleich zugestimmt. Ein Meilenstein in diesem Kapitel der Stadtgeschichte.

Das Historische Kölner Stadtarchiv

So sah das 1971 eröffnete Kölner Stadtarchiv in der Südtstadt aus - bis zum 3. März 2009.

So sah das 1971 eröffnete Kölner Stadtarchiv in der Südtstadt aus - bis zum 3. März 2009.

Gegen 14 Uhr ist ein dumpfes Grollen zu hören. Minuten später bricht das sechsstöckige Gebäude in sich zusammen.

Aus dem Archivhaus konnten sich alle retten, zwei Menschen aus dem Nachbarhaus nicht.

Zwei junge Männer werden im Schlaf überrascht und unter den Trümmern begraben. Die Suche dauert Tage.

Am 4. März gibt OB Fritz Schramma bekannt, dass der U-Bahn-Bau wahrscheinlich Einsturz-Ursache ist.

Helfer beginnen, die Trümmer nach Dokumenten, Akten und Urkunden der Kölner Stadtgeschichte zu durchsuchen.

Vieles ist durch das einströmende Grundwasser komplett durchnässt.

Etwa 95 Prozent der Dokumente können geborgen werden. Ein mühsamer Restaurierungsprozess beginnt.

Durch ein spezielles Gefriertrocknungsverfahren lassen sich viele Dokumente einigermaßen wieder herstellen.

Bei anderen ist eine Rettung nicht mehr möglich. Sachschaden: rund 1,2 Milliarden Euro.

Laut Staatsanwaltschaft sollen zwei Bauarbeiter beim Aushub geschlampt haben.  

Erst nach Abschluss der Beweissicherung kann der U-Bahn-Ausbau fortgesetzt werden - geplante Fertigstellung im Jahr 2026.

Am 31. August 2017 verkündet das Landgericht Köln die Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung.

Der erste strafrechtliche Prozess startet am 17. Januar 2018. Fünf von ehemals sieben Angeklagten stehen vor Gericht. 116 Verhandlungstage hat der Richter angesetzt für die Vernehmung von 93 Zeugen und zehn Sachverständigen.

Am 2. März 2018, fast auf den Tag genau neun Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs, wird das Richtfest des Neubaus am Eifelwall gefeiert. Ende 2020 soll der Neubau fertig sein.

Anfang August 2018 steht ein Oberbauleiter in einem weiteren Strafprozess vor Gericht. Er soll von den Problemen am Bau gewusst, aber nichts unternommen haben. Fahrlässige Tötung wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Er wird zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Acht Monate Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung lautet auch das Urteil gegen den Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe, mit dem der zweite Strafprozess am 12. Oktober 2018 endet. Drei der vier anderen Angeklagten bleiben straffrei.

Am Montag (29.06.2020) hat der Rat der Stadt entschieden, den jahrelangen zivilrechtliche Streit zu beenden. Der Kompromiss sieht vor, dass die Foirmen 600 Millionen Euro zahlen.

Darüber wird die U-Bahn-Baustelle auf Kosten der Firmen fertiggestellt und ein Raum für ein Gedenkzentrum gebaut.

Stand: 29.06.2020, 15:52 Uhr