Abgewandelte Kölsch-Reklame sorgt für Aufregung

Reissdorf-Männchen von Wiener Künstlern Alexandra Berlinger und Martin Wagner

Abgewandelte Kölsch-Reklame sorgt für Aufregung

  • Reissdorf-Symbol mit Drogenspritze auf Kölner Neumarkt
  • Wiener Künstler machen auf Drogenszene aufmerksam
  • Kölsch-Brauerei gibt keinen Kommentar

Eine meterhohe Reissdorf-Figur sorgt aktuell (17.06.2019) für Diskussion unter Anwohnern und im Netz. Wiener Künstler haben die bekannte Leuchtreklame der Kölsch-Brauerei Reissdorf abgewandelt in eine Figur, die nicht ein Bier trinkt, sondern sich eine Spritze setzt.

Das verantwortliche Künsterlerehepaar aus Wien möchte nach eigenen Angaben auf die Drogenszene am Neumarkt aufmerksam machen und auf die Verdrängung der Drogenabhängigen von dort. Die Stadt biete den Betroffenen zu wenig Alternativen an. Außerdem sei Kölsch im Gegensatz zu Heroin und anderen Drogen "ein Suchtmittel, das die Identität einer ganzen Stadtgesellschaft prägt", so die Künstler.

Die Bürgerinitiative Neumarkt hält den Vergleich von Kölschkonsum mit harten Drogen für falsch. Illegaler Drogenhandel werde gleichgesetzt mit dem Verkauf von Kölsch, heißt es in einer Mitteilung.

Die Brauerei wollte sich zu der Kunstinstallation gegenüber dem WDR nicht äußern. Die bekannte Originalwerbung hängt an einem Haus am Kölner Rudolfplatz: Dort ist zu sehen, wie ein Mann bzw. eine Frau wechselweise ein Kölschglas heben.

Stand: 17.06.2019, 13:25