Kölner Landgericht

Frau zum Missbrauch der eigenen Kinder angestiftet - Prozess in Köln

Stand: 26.04.2022, 07:40 Uhr

Vor dem Landgericht Köln muss sich von Dienstag an ein 33 Jahre alter Mann verantworten. Er soll eine Frau dazu gebracht haben, ihren Kindern sexualisierte Gewalt anzutun.

Die Vorwürfe machen fassungslos. Über Whatsapp soll der Angeklagte eine Frau in Detmold dazu gebracht haben, ihre eigenen Kinder zu missbrauchen. Die Frau hatte auf Druck des Mannes daraufhin – so die Anklage – Fotos gemacht und dem Angeklagten geschickt.

15 Fälle listet die Staatsanwaltschaft auf. Die Mutter lebte mit ihren Kindern in Kalletal bei Detmold. Der Angeklagte agierte von Köln aus.

Mutter bereits verurteilt – mehr als 100 Fotos verschickt

Im Februar hatte das Landgericht Detmold die Mutter zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Sie hatte sexualisierte Gewalt gegen drei ihrer vier Kinder zugegeben. Davon machte sie etwa 100 Fotos und verschickte sie. Die drei Kinder waren im Alter zwischen drei und acht Jahren.

Während des Prozesses in Detmold sagte eine Zeugin, dass die Angeklagte insgesamt vier Kinder von vier verschiedenen Männern habe. Die Angeklagte habe ihre Schule beendet und sich dann um die Kinder gekümmert. Anzeichen von sexualisierter Gewalt habe es nicht gegeben.

Kölner Angeklagter lernte Mutter in SM-Szene kennen

Den Angeklagten aus Köln hatte die Frau offenbar in der Sado-Maso Szene kennengelernt. Sie sei der devote Part gewesen, hieß es im Zusammenhang mit dem Prozess in Detmold.

Nun muss sich in Köln der 33-Jährige wegen Anstiftung zum sexuellen Missbrauch verantworten. In der Akte befinden sich etliche Belege für den Chatverlauf. Fünf Verhandlungstage sind angesetzt. Ein Urteil ist für Anfang Mai zu erwarten.

Über das Thema berichtet auch die Lokalzeit aus Köln am 26.04.2022 im WDR Fernsehen.