Protest gegen Erzbistum vor dem Kölner Dom

Bild Protest gegen Erzbistum

Protest gegen Erzbistum vor dem Kölner Dom

Mit einem provokanten Rosenmontagswagen protestieren Opferschutzverbände am Dom unter anderem gegen Vertuschung von Missbrauch. Anlass ist die am Dienstag begonnene Bischofskonferenz.

Auf dem Wagen ist ein Bischof dargestellt. Er trägt als Mitra die Eichel eines Penis. Der Schriftzug "Das Kernproblem der katholischen Kirche" ziert das Gewand des Klerikers.

Flankiert von zwei Einsatzwagen der Polizei steht er genau vor dem Hauptportal des Kölner Doms. Menschen bleiben stehen, machen Fotos oder diskutieren über den Wagen.

Seit Montagabend steht der Rosenmontagswagen des Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly am Kölner Dom. Er dient als Zeichen des Protests gegen die angeblich unzureichende Aufarbeitung der Missbrauchsskandale im Kölner Erzbistum.

Polizei hat Protestaktion vor dem Dom genehmigt

Die Polizei hat die Aktion genehmigt. Sie ist trotz der provokanten Botschaft durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, sagt die Behörde.

Bis Donnerstag wird der Wagen vor dem Hauptportal des Doms stehen.

Mittwochmittag werden zehn Mißbrauchsopfer vor dem Dom gegen die Kirche protestieren. Nichts solle mehr totgeschwiegen werden.

Anlass des Protests ist die Bischofskonferenz

Anlass ist die am Dienstag begonnene Frühjahrsvollversammlung der Deutschen katholischen Bischofskonferenz.

Die Ereignisse in Köln dominieren die Konferenz. Der Vorsitzende Georg Bätzing, Bischof in Limburg, hat den Kölner Erzbischof bisher scharf verurteilt, wegen des zurückgehaltenen Missbrauchsgutachtens.

Am Dienstag sagte Bätzing: "Ich glaube Kardinal Woelki, dass sein Aufklärungswille wirklich deutlich und klar ist."

Kirchenaustritte sind am Mittwoch Thema bei Bischofskonferenz

Mittwoch wollen die Bischöfe den ganzen Tag über die rasant ansteigenden Kirchenaustrittszahlen reden.

Ob Sie ihrem Mitbruder Rainer Maria Kardinal Woelki zum Rücktritt raten? Es dürfe keine Vorverurteilung geben, hieß es heute bei der Bischofskonferenz.

Andererseits gilt Kardinal Woelki inzwischen in ganz Deutschland als Symbolfigur für die Vertuschung in der katholischen Kirche.

Stand: 23.02.2021, 15:46