Proteste in Köln: Hunderte Menschen fordern Luftrettung für Afghanistan

Hunderte Protestierende versammelten sich vor dem Büro der Kölner CDU.

Proteste in Köln: Hunderte Menschen fordern Luftrettung für Afghanistan

Von Jochen Hilgers

Die Organisation Seebrücke, die sich für Geflüchtete einsetzt, hat am Dienstagnachmittag vor den Büros der CDU Köln in der Innenstadt protestiert.

Sie forderte eine Luftbrücke als sicheren Fluchtweg aus Afghanistan. Die Büros hatten die Initiatoren nach eigenen Angaben ausgesucht, da die CDU die Kanzlerin stelle und als Mit-Regierungspartei die Verantwortung für die desaströse Lage der afghanischen Bevölkerung trage.

Der Regen passte zu den betretenen Gesichtern der mehr als hundert Menschen, die in die enge Gasse vor der Kreiszentrale der Kölner CDU gekommen waren. Auch die Wortbeiträge klangen eher gedämpft, nachdenklich und traurig. Das Mitgefühl mit den Menschen in Afghanistan war förmlich greifbar.

Kölner Organisation Seebrücke kritisiert Regierung für Rettungsbemühungen

Die Seebrücke setzt sich normalerweise für eine sichere Seenotrettung ein. Jetzt fordert sie in Köln und anderen Städten wie Berlin, Bochum, Göttingen und Heidelberg eine Luftbrücke für Afghanistan.

Dass am Montag sieben Menschen von der Luftwaffe der Bundeswehr ausgeflogen wurden, bezeichnet die Organisation als lächerliche Zahl. Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit. Menschen müssten sofort vor den brutalen Extremisten der Taliban gerettet werden.

Köln: Seebrücke fordert Evakuierung aller Ortskräfte in Afghanistan

Seebrücke wirft der Bundesregierung vor, die Menschen dort nicht zu schützen. Die Organisation fordert die sofortige und unbürokratische Evakuierung aller Ortskräfte und Partner der Bundesregierung.

Weil es keine sicheren Fluchtwege gebe, müssten sich die Menschen sonst auf eine lebensgefährliche Flucht begeben.

Stand: 17.08.2021, 20:39